Die Preise für Stickstoffdünger sind Ende Mai gesunken, doch das Preisniveau bleibt insgesamt hoch. Marktexperten sehen keine Anzeichen für eine grundlegende Preiskorrektur. Landwirte kaufen daher weiterhin vorsichtig und meist in kleineren Mengen ein.
Die Reduzierung der Importzölle auf Harnstoff und Ammoniak durch die EU-Kommission hat laut Düngerhändlern nur minimale Auswirkungen auf den Markt, mit Einsparungen von etwa 60 Millionen Euro. Die beibehaltene CO2-Importsteuer belastet zudem weiterhin die Produzenten außerhalb der EU.
Düngermarkt bleibt angespannt
Obwohl die Preise für Stickstoffdünger zuletzt nachgegeben haben, bleibt die Situation auf dem Düngermarkt angespannt. Die europäische Aussetzung der Zölle, ausgenommen für Russland und Belarus, hat keine wesentlichen Änderungen bewirkt. Die ägyptische Exportsteuer auf Harnstoff verschärft die Lage zusätzlich bis August.
Der kürzliche Preisrückgang hat die Kaufbereitschaft unter Landwirten leicht erhöht. Dennoch sind diese Käufe laut Marktbeobachtern eher als kurzfristige Reaktion zu werten und nicht als Indizien für einen langfristigen Trendwechsel.
Globale Harnstoffpreise sinken
Auf internationaler Ebene sind die Harnstoffpreise ebenfalls gefallen, bleiben aber im Vergleich zu anderen Düngemitteln hoch. Der Preis an den Exporthäfen im Mittleren Osten lag Ende Mai bei 723 USD pro Tonne, was einem Rückgang um 132 USD seit Mitte April entspricht.
Europäische Landwirte stehen weiterhin unter Druck durch die CO2-Importsteuer, die Importe um etwa 40 bis 60 Euro pro Tonne verteuert. In Deutschland betragen die Importpreise für Harnstoff derzeit rund 765 Euro je Tonne fob Ostseehafen.
Preisentwicklung bei KAS und AHL
In Deutschland haben sich die Preise für Kalkammonsalpeter (KAS) moderat verringert und liegen derzeit bei etwa 435 Euro pro Tonne. Das ist ein Rückgang von 20 Euro innerhalb von zwei Wochen, jedoch immer noch deutlich über dem Niveau von Mitte März.
Die Preise für Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) bleiben konstant hoch bei rund 450 Euro pro Tonne. Der Mangel an AHL wird durch Lieferbeschränkungen aus wichtigen Herkunftsländern wie Russland und den USA zusätzlich verschärft.
Knappe Ressourcen: Phosphor und Schwefel
Auch Phosphordünger und Schwefel verzeichnen hohe Preise. Der Preis für Diammoniumphosphat (DAP), ein wichtiger Phosphordünger in Deutschland, liegt stabil bei 875 Euro pro Tonne an den Importhäfen. Diese hohen Kosten sind unter anderem auf gestiegene Schwefelpreise zurückzuführen.
Kali-Dünger zeigt hingegen nur geringe Preisschwankungen und ist weniger von internationalen Krisen betroffen. Aktuell verlangen Händler etwa 310 Euro je Tonne Kornkali, was einem leichten Rückgang gegenüber den Vorwochen entspricht.
