Die Vogelgrippe hat in einer Milchkuhherde in Friesland, Niederlande, für Aufsehen gesorgt. Die niederländischen Behörden haben bestätigt, dass es sich um einen isolierten Vorfall handelt. Dennoch betraf der Ausbruch mehr Tiere als zunächst angenommen.
Einzelfall ohne weitere Verbreitung
Laut der niederländischen Fachzeitschrift Melkvee gelangte das Virus nicht über den Betrieb hinaus. Weder die Landwirte noch der Tierarzt oder benachbarte Betriebe zeigten Anzeichen einer Infektion. In einem Bericht der Lebensmittelsicherheitsbehörde NVWA Ende 2025 wurde festgestellt, dass zwei Hofkatzen positiv auf das Vogelgrippevirus getestet wurden. Obwohl die Kühe selbst keine Symptome zeigten, wurden Antikörper gegen das Virus in Milchproben nachgewiesen.
Hohe Infektionsrate innerhalb der Herde
Ein umfassendes Screening entdeckte Antikörper bei 47 % der Kühe und 63 % der Jungtiere. Tests bei dem Milchkuhhalter, seiner Familie und dem Tierarzt ergaben jedoch keine Infektionen. Unklar bleibt weiterhin, wie das Virus in die Herde gelangte. Ein interdisziplinäres Expertenteam, das Responseteam Zoönose (RT-Z), untersuchte diesen Fall eingehend und analysierte Proben von Nachbarbetrieben. Der betroffene Betrieb wurde über einen längeren Zeitraum überwacht.
In keiner der untersuchten Proben konnten weitere Infektionen mit dem Vogelgrippevirus nachgewiesen werden. Die Experten des RT-Z ziehen daraus den Schluss, dass es sich um einen Einzelfall handelt und solche Infektionen bei Rindern äußerst selten sind.
Sorge durch ähnliche Fälle in den USA
Die Untersuchung wurde durch erhebliche Ausbrüche des HPAI-H5N1-Virus bei Milchkuhherden in den USA im Jahr 2024 motiviert. Dort waren mehr als 1.000 Betriebe in 19 Bundesstaaten betroffen, was zu menschlichen Infektionen und zwei Todesfällen führte. Wissenschaftliche Studien hatten gezeigt, dass europäische Virusstämme ebenfalls von Geflügel auf Rinder übertragen werden können.
Der friesische Milchviehbetrieb bleibt bislang der einzige europäische Betrieb mit nachgewiesenen Antikörpern gegen die Vogelgrippe. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erklärte Ende 2025, dass eine Einschleppung des US-amerikanischen Virus-Stamms nach Europa unwahrscheinlich sei, forderte jedoch erhöhte Wachsamkeit von Rinderhaltern und Tierärzten.
