Anzeige
 

EU stoppt Brasilien-Importe: Keine Rind- und Geflügellieferungen mehr

Die Europäische Union hat mit sofortiger Wirkung die Einfuhr von Rindfleisch, Geflügel, Eiern und Honig aus Brasilien gestoppt. Diese Entscheidung wurde von einem Expertenausschuss der EU-Mitgliedstaaten getroffen, nachdem in Lieferungen brasilianischen Rindfleisches Wachstumshormone wie Östradiol entdeckt wurden. Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Euractiv, dass Brasilien von der Liste der Länder mit einer Einfuhrgenehmigung gestrichen wurde.

Brasilien als unsicherer Lieferant eingestuft

Erst kürzlich trat ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, zu denen auch Brasilien gehört, in Kraft. Dieses Abkommen sollte den Handel durch den Abbau von Zollschranken erleichtern und zollfreie Einfuhrkontingente für sensible Produkte wie Rindfleisch ermöglichen. Allerdings kann Brasilien von diesen Handelserleichterungen nicht profitieren, solange es nicht erneut als sicheres Lieferland anerkannt wird. Die EU hat entschieden, dass Brasilien momentan nicht die erforderlichen Standards in Lebensmittelsicherheit und Tierarzneimittel einhält.

Strengere Kontrollen bei Lebensmittelimporten

In der Vergangenheit betonte die Europäische Kommission mehrfach ihr Engagement zur Durchsetzung strenger Produktionsstandards im Rahmen des Freihandelsabkommens. Olivér Várhelyi, EU-Gesundheitskommissar, kündigte verschärfte Kontrollen für pflanzliche und tierische Lebensmittelimporte für die Jahre 2026 und 2027 an. Recherchen des „Irish Farmers Journal“ hatten zuvor auf Mängel bei der Kontrolle von Antibiotika- und Hormonverkäufen in Brasilien hingewiesen. Zudem wurden Warnungen im Europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) veröffentlicht, die Östradiolrückstände im brasilianischen Rindfleisch bestätigten.

Harmonisierung der Standards gefordert

Der Importstopp bleibt so lange bestehen, bis Brasilien nachweisen kann, dass es die Sicherheitsvorschriften der EU erfüllt. Erst dann könnten die durch das Mercosur-Abkommen vorgesehenen Zollvorteile wieder greifen. Eine Sprecherin der Kommission betonte, dass eine Wiederaufnahme der Importe jederzeit möglich sei, sobald Brasilien die entsprechenden Nachweise erbracht habe.

Bauernverbände begrüßen EU-Maßnahmen

Der Österreichische Bauernbund lobte die Entscheidung der EU als wichtigen Schritt in Richtung fairer Wettbewerbsbedingungen und Lebensmittelsicherheit auf dem europäischen Markt. Der Präsident des Bauernbundes, Georg Strasser, äußerte Unterstützung für das konsequente Handeln der EU. Er betonte, dass alle Exporteure tierischer Produkte in die EU verpflichtet seien, europäische Standards vollständig einzuhalten. Dies sei notwendig, um gleiche Bedingungen für europäische Landwirte zu gewährleisten, die hohe Anforderungen bei Tierhaltung und -gesundheit erfüllen.