Die EU-Schweinefleischproduktion wird im Jahr 2026 voraussichtlich bei etwa 21,8 Millionen Tonnen liegen, was nur einen minimalen Rückgang von knapp 1 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Dies geht aus den Prognosen der EU-Kommission hervor. Mit einem Selbstversorgungsgrad von 126 % bleibt die Europäische Union ein bedeutender Nettoexporteur.
Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest in Spanien
Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien Ende November 2025 hat die Handelsdynamik erheblich beeinflusst. Viele Länder haben Importstopps für spanisches Schweinefleisch verhängt, was dazu führte, dass größere Mengen innerhalb der EU verbleiben und so den Angebotsdruck auf dem europäischen Binnenmarkt erhöhen. Trotz einiger aufgehobener Sperren durch Regionalisierungsabkommen zeigen sich dauerhafte Veränderungen in den Handelsströmen.
Rückläufige Exporte und Preise
Spanien, als traditionell größter Exporteur von Schweinefleisch innerhalb der EU, sieht sich nun mit einer Reduktion der Gesamtausfuhren konfrontiert. Die Preise bewegen sich unter dem Niveau von 2025, was die Marktlage weiter belastet. Die Stabilität in der Produktion trifft auf schwächelnde Exporte und eine rückläufige Nachfrage.
Sinkender Schweinefleischverbrauch in der EU
Ein Ausgleich auf der Nachfrageseite ist nicht in Sicht: Der Verbrauch von Schweinefleisch pro Kopf soll 2026 auf 32,6 kg sinken, was einen Rückgang um rund 1 % gegenüber dem Vorjahr darstellt. Langfristig betrachtet zeigt sich ein deutlicher struktureller Rückgang: Von 2006 bis 2026 wird eine Abnahme des Pro-Kopf-Verzehrs um insgesamt 2 kg, beziehungsweise 6 %, erwartet.
Trotz stabiler Produktionszahlen sieht sich der Markt mit einem anhaltenden Ungleichgewicht konfrontiert, das sowohl durch die veränderte Handelssituation als auch durch den rückläufigen Pro-Kopf-Verbrauch verstärkt wird.
