Die Europäische Union steht vor der Herausforderung, ihre Abhängigkeit von importierten Düngemitteln zu reduzieren und gleichzeitig die Landwirte von den steigenden Kosten für Dünger zu entlasten. Um diesen Zielen näherzukommen, plant die EU-Kommission die Einführung eines Aktionsplans. Doch die Erwartungen an diese Maßnahmen sind gemischt, insbesondere seitens der landwirtschaftlichen Verbände.
Landwirte protestieren in Straßburg
Zahlreiche Landwirte haben sich in Straßburg versammelt, um gegen den geplanten Klimazoll auf Düngerimporte und für eine Aussetzung der Nitratrichtlinie zu demonstrieren. Laut einer Erklärung der europäischen Bauern- und Genossenschaftsverbände ist man skeptisch, dass die angekündigten Schritte der EU-Kommission die gewünschten Lösungen bringen werden.
EU-Aktionsplan soll vorgestellt werden
Am späten Dienstagnachmittag wird erwartet, dass die EU-Kommission ihren neuen Aktionsplan zur Düngemittelpolitik präsentiert. Der EU-Agrarkommissar Christophe Hansen wird zunächst vor den Mitgliedern des Europaparlaments sprechen und anschließend die wichtigsten Punkte des Plans der Presse vorstellen. Danach ist ein Treffen mit französischen Landwirten geplant.
Hoffnung auf Verringerung der Importabhängigkeit
Der Dachverband Copa-Cogeca äußerte, dass der neue Plan entscheidend sein könnte, um eine drohende Krise in der europäischen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion abzuwenden. Dennoch bleibt unklar, ob dieser Plan auch kurzfristige Entlastungen bei den Düngerpreisen bringen wird.
Kritik am Klimazoll bleibt bestehen
Trotz der Diskussionen um den CO2-Grenzausgleich (CBAM) zweifeln Beobachter daran, dass die EU-Kommission diesen umstrittenen Klimazoll tatsächlich abschaffen wird. Stattdessen scheint der Fokus des Aktionsplans darauf zu liegen, wie Europa seine Abhängigkeit von externen Lieferanten reduzieren und gleichzeitig die eigene Produktion stärken kann.
Ob konkrete Maßnahmen zur sofortigen Entlastung von Landwirten durch hohe Düngerpreise angekündigt werden, ist bislang ungewiss.
