Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) legte kürzlich die vorläufigen Ergebnisse des „Feed Protein Balance Sheet“ für das Wirtschaftsjahr 2023/24 vor. Demnach kamen rund 2,58 Millionen Tonnen Hülsenfrüchte ohne Sojabohnen sowie Futterleguminosen aus heimischer Produktion. Gleichzeitig erhöhte sich das gesamte verfügbare Futteraufkommen gegenüber dem Vorjahr um 8,3 Millionen Tonnen. Die Eiweißlücke blieb mit 12 Prozent jedoch unverändert bestehen. Weiterhin bestand ein deutlicher Bedarf an eiweißreichen Futtermitteln, vor allem an Sojaschrot.
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr standen den Tierhaltern insgesamt rund 111,5 Millionen Tonnen Futter zur Verfügung. Damit lag das Aufkommen um fast acht Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dieser Zuwachs war in erster Linie auf größere Mengen an Raufutter zurückzuführen. Mit etwa 75,7 Millionen Tonnen beziehungsweise 68 Prozent stellte Raufutter den größten Anteil am gesamten Futteraufkommen dar.
Auch Getreide leistete einen wichtigen Beitrag. Mit 20,6 Millionen Tonnen entsprach es einem Anteil von 18,5 Prozent. Einen weiteren bedeutenden Posten bildeten Ölkuchen und -schrote, die insgesamt rund 7,8 Millionen Tonnen und damit etwa sieben Prozent ausmachten. Hauptsächlich handelte es sich dabei um Rapsschrot. Die restlichen 6,5 Prozent verteilten sich auf Hülsenfrüchte, Ölsaaten, diverse Nebenprodukte sowie nicht-pflanzliche Quellen.
Bei den Leguminosen setzte sich der Rückgang fort. Nach einem bereits schwächeren Ergebnis im Wirtschaftsjahr 2022/23 sank deren Anteil nochmals leicht von 2,64 auf 2,58 Millionen Tonnen. Im Gegensatz dazu legten Ölkuchen und -schrote zu. Mit insgesamt 7,8 Millionen Tonnen lag deren Menge über den 7,7 Millionen Tonnen des Vorjahres. Hierzu zählten Raps-, Soja- und Sonnenblumenschrot, die als Futter eingesetzt wurden.
Die Angaben des „Feed Protein Balance Sheet“ bestätigen, dass sich die Eiweißlücke nicht veränderte. Sie beschreibt den Anteil an importierten Futtermitteln, bezogen auf den Rohproteingehalt. Soja blieb dabei das wichtigste Importfuttermittel. Im Jahr 2023/24 wurden 3,3 Millionen Tonnen Sojabohnen sowie 2,8 Millionen Tonnen Sojaschrot beziehungsweise Ölkuchen eingeführt.
Insgesamt stammten 88 Prozent des gesamten Futteraufkommens, gemessen am Rohproteingehalt, aus inländischer Produktion. Der verbleibende Anteil von 12 Prozent musste weiterhin durch Importe abgedeckt werden.
