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Petitionen gegen BBV-Präsident als Bundeslandwirtschaftsminister

Zwei bedeutende deutsche Umweltorganisationen, Campact und das Umweltinstitut München, haben kürzlich Online-Petitionen initiiert, die sich gegen die mögliche Berufung von Günther Felßner, dem Präsidenten des Bayerischen Bauernverbands (BBV), zum Bundeslandwirtschaftsminister aussprechen. Die CSU, vertreten durch ihren Parteichef Markus Söder, hatte Felßner schon Monate vor der anstehenden Bundestagswahl als Kandidaten vorgeschlagen, und er gilt seitdem als wahrscheinlicher Nachfolger von Cem Özdemir in diesem Amt.

Die von Campact lancierte Petition kritisiert Felßner scharf und wirft ihm vor, ein Vertreter der Agrarindustrie zu sein, dessen potenzielle Amtsübernahme als „desaströs für die klimafreundliche Landwirtschaft“ angesehen wird. Das Umweltinstitut München beschreibt ihn ebenso als einen der einflussreichsten Vertreter dieser Industrie. Diese Petitionen haben bereits breite Aufmerksamkeit in den Medien gefunden, einschließlich Berichte in den Nürnberger Nachrichten und der taz.

Ebenfalls wird in den Petitionen Felßners Vergangenheit thematisiert, speziell eine Verurteilung wegen einer Umweltstraftat. Er wurde 2018 vom Amtsgericht Hersbruck zu einer Geldstrafe von 150 Tagessätzen verurteilt, weil er illegal Sickersäfte von seinem Hof abgeleitet hatte. Diese rechtlichen Vorwürfe werfen ein kritisches Licht auf seine Eignung als Minister.

Bisher (Stand 20. März 2025) haben sich über 390.000 Menschen der Petition von Campact angeschlossen, während die Petition des Umweltinstituts München mehr als 88.000 Unterschriften sammeln konnte. Der Bayerische Bauernverband hat bislang noch keine offizielle Stellungnahme zu den Petitionen abgegeben.

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