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Westfleisch SCE erzielt Rekordumsatz trotz sinkender Rindfleischnachfrage

Die Westfleisch SCE verkündete auf ihrer jüngsten Generalversammlung einen beeindruckenden Umsatzrekord von 3,555 Milliarden Euro. Während der Marktanteil bei Schweinen ansteigt, verzeichnet das Rindergeschäft einen Rückgang. Diese Entwicklungen spiegeln sich in der gesamten Fleischindustrie wider und verdeutlichen die Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht.

Erfolgreiches Jahr für Westfleisch

Finanzvorstand Carsten Schruck berichtete von einem soliden Start ins Jahr 2026. Der Konzern konnte fast alle Bereiche verbessern, wobei die Wursttochter Gustoland hinter den Erwartungen zurückblieb. Insgesamt stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 155 Millionen Euro auf 3,555 Milliarden Euro. Die finanzielle Stabilität bleibt mit einem Eigenkapitalanteil von etwa 39 Prozent erhalten.

Bei den Schlachtzahlen zeigen sich jedoch unterschiedliche Trends. Während die Zahl der geschlachteten Schweine um 1,3 Prozent auf insgesamt 6,913 Millionen stieg, sank die Anzahl der geschlachteten Rinder deutlich um 9 Prozent auf 335.000 Tiere inklusive Kälber. Laut Schruck entspricht dieser Rückgang dem allgemeinen Markttrend.

Haltungsform 3 setzt sich durch

Im deutschen Lebensmitteleinzelhandel werden zunehmend höhere Standards bei der Tierhaltung gefordert. Johannes Steinhoff von Westfalenland betonte, dass bis Ende 2026 über die Hälfte des SB-verpackten Rindfleisches den Standard Haltungsform 3 erreichen soll. Dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Jahren.

Bei Schweinefleisch schreitet der Wandel langsamer voran. Der Anteil von Haltungsform 3 wird voraussichtlich nur bei etwa 7 Prozent liegen, obwohl die Nachfrage steigt. Michael Schulze Kalthoff erklärte, dass derzeit wöchentlich zwischen 9.000 und 10.000 Schweine benötigt werden und bis Jahresende eine Steigerung auf 12.000 angestrebt wird.

Anhaltender Wettbewerbsdruck in der EU

Der Wettbewerb innerhalb der Europäischen Union bleibt intensiv, insbesondere nach einem ASP-Ausbruch in Spanien Ende 2025. Schulze Kalthoff wies darauf hin, dass die Erzeugerpreise in anderen europäischen Ländern wie Polen und Spanien niedriger sind als in Deutschland, was den Absatz erschwert.

Trotz eines Anstiegs der Schlachtungen um knapp sechs Prozent im bisherigen Jahr bleibt das Preisniveau problematisch niedrig. Spanien hat seine Schlachtzahlen um über vier Prozent erhöht und bleibt damit führend in Europa.

Kaufzurückhaltung wegen hoher Fleischpreise

Laut Dr. Wilhelm Uffelmann schwächelt die Nachfrage nach Fleisch aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten in Deutschland. Besonders Rindfleisch ist teurer geworden und kostet im Schnitt 14,54 Euro pro Kilogramm, was einen Anstieg von zwei Euro gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Diese Preisentwicklung führt dazu, dass Discounter wie Aldi und Lidl beim Umsatz zulegen können, während Supermärkte wie Rewe und Edeka Einbußen hinnehmen müssen.

Verhalten optimistische Aussichten

Trotz aller Herausforderungen gibt es auch positive Signale: Die private Nachfrage nach Fleisch stabilisiert sich langsam wieder. Besonders bemerkenswert ist ein leicht gestiegener Fleischkonsum unter jungen Verbrauchern sowie ein Rückgang der Vegetarierzahlen im ersten Quartal 2026.