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Weizenpreise unter Druck: Regen in EU und hohe Ernteerwartungen in Russland

Der Weizenmarkt in Europa steht Anfang Juni unter Druck, da weit verbreitete Regenfälle in vielen EU-Ländern und verbesserte Ernteprognosen in Russland die Preise beeinflussen. Trotz dieser Entwicklungen gibt es auch Faktoren, die den Markt stützen könnten.

Veränderungen der Weizenpreise

Laut der Peters Agrardaten GmbH sinken die Weizenpreise in Paris kontinuierlich. Der jüngste Regen in weiten Teilen Europas hat die Anspannung auf dem Markt gelindert. Gleichzeitig sind die Prognosen für die russische Ernte positiv. Das Beratungsunternehmen SovEcon rechnet für das Erntejahr 2026/27 mit einem russischen Weizenexport von 46,3 Millionen Tonnen, was einer Steigerung von etwa einer Million Tonnen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Zusätzlich beeinflussen geopolitische Entwicklungen den Markt. Die Hoffnung auf positive Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran führte zu einem Rückgang der Rohölpreise, was wiederum Druck auf die Weizenkurse ausübte. Die Nachfrage nach Exporten bleibt schwach, da Käufer auf weiter sinkende Preise spekulieren.

Australische Ernteprognosen

Nachrichten aus Australien könnten jedoch preisstützend wirken. Nach Angaben der australischen Agrarbehörde wird dort für das Jahr 26/27 eine kleinere Weizenernte erwartet. Mit einer Produktion von knapp 27 Millionen Tonnen wird ein Rückgang um etwa 9 Millionen Tonnen prognostiziert, was auf eine reduzierte Anbaufläche zurückzuführen ist.

Futtergetreide am Kassamarkt gefragt

Am Kassamarkt wird darüber berichtet, dass die Bestände der alten Ernte nahezu vollständig verkauft wurden. Dennoch besteht weiterhin ein Interesse an Futtergetreide, welches problemlos gedeckt werden kann. Hauptabnehmer sind dabei die Niederlande und im süddeutschen Raum auch die Schweiz. Landwirtschaftsbetriebe mit genügend Lagerkapazität entscheiden sich häufig dafür, alte Ernten zu überlagern.