Die US-Regierung hat beschlossen, die Sonderzölle auf bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte, zu denen auch Landtechnik zählt, von 25% auf 15% zu senken. Diese Entscheidung könnte eine Reaktion auf die steigende Inflation sein, von der viele Sektoren betroffen sind.
Erleichterung für europäische Hersteller
Europäische Hersteller von Landtechnikprodukten profitieren erheblich von der kürzlich angekündigten Zollreduktion durch die US-Administration. Die Belastung durch die zuvor geltenden hohen Zollsätze wird erheblich gemindert, was den Export in die USA attraktiver macht.
Die Senkung der Zölle erfolgt im Rahmen der sogenannten Section-232-Maßnahmen, die ursprünglich mit dem Argument des Schutzes der nationalen Sicherheit eingeführt wurden. Diese Regelungen betreffen Importe von Stahl, Aluminium und Kupfer sowie deren Folgeprodukte.
Einfluss auf die Inflation
Laut einem Bericht des Weißen Hauses soll die Anpassung der Zölle nicht nur wirtschaftliche Bedrohungen abwenden, sondern auch Investitionen in verschiedene Sektoren wie Landwirtschaft und verarbeitendes Gewerbe fördern. Zudem wird erwartet, dass dies die Produktion entsprechender Produkte innerhalb der USA anregt.
Analysten vermuten jedoch, dass ein weiterer Beweggrund die Bekämpfung der Inflation ist. Da Einfuhrzölle letztendlich vom Importeur getragen werden, erhöhen sie den Preis für Endprodukte wie Traktoren oder Mähdrescher, was wiederum US-amerikanischen Landwirten höhere Kosten verursacht.
Trennung vom Turnberry-Abkommen
Die Section-232-Zölle sind separat vom bekannten US-EU-Handelsabkommen zu betrachten. Im sogenannten Turnberry-Deal wurde ein maximaler Zollsatz von 15% für europäische Waren vereinbart. Produkte unter den Section-232-Bestimmungen sind hiervon jedoch ausgenommen, was immer wieder auf Kritik seitens der Europäischen Union stößt.
Neue Herausforderungen durch „Zwangsarbeit“-Zölle
Zudem könnte sich das transatlantische Handelsverhältnis aufgrund einer neuen US-Initiative weiter verschärfen. Die USA planen zusätzliche Zölle von 10% gegen Länder einzuführen, denen unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit vorgeworfen werden. Bis Anfang Juli können betroffene Staaten Stellung beziehen.
Bernd Lange, Europaabgeordneter und Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, kritisierte diese Vorwürfe als unbegründet und bezeichnete sie als Versuch der USA, eine neue Grundlage für ihre Handelspolitik zu schaffen. Ihm zufolge seien Zollsätze über 15%, wie im schottischen Abkommen festgelegt, nicht akzeptabel.
