In einer wegweisenden Entscheidung hat das US-amerikanische Kartellamt FTC den Landmaschinenhersteller John Deere verpflichtet, seine Software und Diagnosewerkzeuge auch für Landwirte und unabhängige Techniker zugänglich zu machen. Dies geschieht im Rahmen einer zehnjährigen Vereinbarung, die in Zusammenarbeit mit fünf US-Bundesstaaten getroffen wurde. John Deere ist damit gezwungen, die gleichen Reparaturmöglichkeiten bereitzustellen, die bisher ausschließlich Vertragshändlern vorbehalten waren.
Erweiterte Reparaturmöglichkeiten für Landwirte
Die Einigung bedeutet, dass Landwirte nun in der Lage sind, elektronische Fehlercodes auszulesen und zurückzusetzen sowie Maschinen nach emissionsbedingten Abschaltungen neu zu starten. Diese Maßnahmen sollen unter „fairen und angemessenen“ Bedingungen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus erhalten sie Zugang zu technischen Handbüchern und weiteren Informationsquellen, die für Wartung und Reparatur notwendig sind. Laut AG WEB muss John Deere künftige Reparaturressourcen zugänglich machen, sobald diese für über die Hälfte der Vertragshändler in den USA verfügbar sind.
Strenge Auflagen zur Einhaltung der Vereinbarung
Für die kommenden zehn Jahre unterliegt John Deere strikten Berichtspflichten, um die Erfüllung der vereinbarten Maßnahmen sicherzustellen. Daniel Guarnera von der Wettbewerbsabteilung der FTC betonte, dass die Vereinbarung es Landwirten ermögliche, ihre Geräte selbstständig zu reparieren. Diese Maßnahme werde voraussichtlich dazu beitragen, die Kosten für amerikanische Landwirte zu senken.
Hintergrund des Rechtsstreits
Die Klage gegen John Deere wurde im Januar 2025 eingereicht. Die FTC sowie die Bundesstaaten Arizona, Michigan, Illinois, Wisconsin und Minnesota warfen dem Unternehmen vor, durch restriktive Praktiken ein Monopol auf Reparaturdienstleistungen errichtet zu haben. Bisher stellte Deere seine Software-Reparaturwerkzeuge nur Vertragshändlern zur Verfügung; dies führte laut Klageschrift zu Verzögerungen bei Wartungsarbeiten und höheren Kosten für Landwirte.
John Deeres Verpflichtung zu mehr Transparenz
Laut einer Pressemitteilung von John Deere unterstreicht das Unternehmen sein Engagement für flexible Reparaturoptionen und größeren Kundenzugang zu Diagnose- und Reparaturwerkzeugen. Denver Caldwell von John Deere erklärte, dass dieses Abkommen einen echten Unterschied für Nutzer darstellen werde. Das Unternehmen plant zudem weitere Investitionen in Technologien und Dienstleistungen, um den Kundenservice weiter auszubauen.
Spezielle Regelungen in Europa
Während in den USA diese Vereinbarung notwendig war, sind ähnliche Regelungen in Europa bereits seit 2016 gesetzlich vorgeschrieben. Laut EU-Verordnung müssen Hersteller Informationen zur Reparatur und Wartung bereitstellen. Dies umfasst auch die Möglichkeit zur Neuprogrammierung der Software durch freie Werkstätten. Die Hersteller haben entsprechende Portale eingerichtet; allerdings sind einige Dienste kostenpflichtig.
