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Ukrainischer Bodenmarkt boomt trotz Krieg: Preise und Verkäufe steigen

Der Bodenmarkt in der Ukraine zeigt trotz der anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen bemerkenswerte Wachstumszahlen. Seit der Marktöffnung im Juli 2021 sind die Preise, Flächenumsätze und Transaktionszahlen kontinuierlich gestiegen. Laut dem staatlichen Dienst für Geodäsie, Kartografie und Kataster wurden bisher etwa 500.000 Grundstücke verkauft, was einer Gesamtfläche von rund 980.000 Hektar entspricht. Der Gesamtwert dieser Verkäufe beläuft sich auf nahezu 49,7 Milliarden UAH, was umgerechnet etwa 963,6 Millionen Euro ausmacht.

Entwicklung des Marktes trotz Herausforderungen

Anfänglich verlief das Wachstum des Marktes noch recht verhalten: In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 wurden rund 96.000 Hektar verkauft. Doch mit dem Beginn des Krieges im Jahr 2022 schrumpfte das Handelsvolumen auf lediglich 51.000 Hektar. Bis zum Jahr 2025 erholte sich der Markt jedoch deutlich, sodass bereits 291.000 Hektar verkauft wurden. Auch die Zahl der Transaktionen hat sich dynamisch entwickelt – sie stieg von knapp 70.000 im Jahr der Öffnung auf über 131.000 im Jahr 2025.

Steigende Preise und regionale Unterschiede

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen in der Ukraine sind ebenfalls stark angestiegen. Der durchschnittliche Preis pro Hektar beträgt aktuell 75.100 UAH oder umgerechnet etwa 1.456 Euro. Im Jahr 2024 lag dieser Durchschnittspreis noch bei 47.300 UAH pro Hektar, was einen Anstieg um fast ein Drittel im Folgejahr bedeutet. Besonders im Südwesten des Landes und in der Region um Kiew sind die Preise am höchsten.

Reformdruck und Marktöffnung

Die Marktöffnung war eine Reaktion auf den Druck internationaler Institutionen wie der Weltbank, dem IWF und der EIB, die das jahrzehntelange Moratorium für Landkäufe beendet sehen wollten. Seit dem 1. Juli 2021 können ukrainische Bürger Agrarflächen bis zu einer Größe von 100 Hektar erwerben. Ab dem 1. Januar 2024 ist es auch juristischen Personen gestattet, deren Eigentümer ukrainische Staatsbürger sind, bis zu 10.000 Hektar zu kaufen. Der Verkauf von Staats- und Kommunalflächen bleibt jedoch weiterhin untersagt.

Trotz der Herausforderungen durch den Krieg zeigt sich der ukrainische Bodenmarkt als robust und wachstumsstark, wobei insbesondere die Preisentwicklung und das Handelsvolumen beeindruckende Fortschritte verzeichnen.