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Trockenheit, Blauzunge und Shamonda-Virus belasten Kälbermarkt 2026

Der Kälbermarkt sieht sich in diesem Jahr mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert. Neben der anhaltenden Trockenheit, die in Süddeutschland zu Futterengpässen führt, sorgt die Blauzungenkrankheit für zusätzliche Schwierigkeiten. Nun verbreitet sich auch das Shamonda-Virus, was weitere Unsicherheiten mit sich bringt.

Trockenheit beeinflusst das Angebot

In den südlichen Regionen Deutschlands, insbesondere in Bayern und Baden-Württemberg, sind die Auswirkungen der Dürre deutlich zu spüren. Landwirte berichten von erheblichen Ernteausfällen beim Silomais und unzureichenden Schnitten auf den Wiesen. Laut Matthias Wiedau von der VVG Münsterland führt dies dazu, dass mehr weibliche Kälber auf den Markt kommen, da Betriebe Grundfutter sparen möchten. Die Preise für Kälber bleiben dennoch stabil.

Mathias Klahsen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen weist darauf hin, dass aufgrund der Dürre mehr Kühe zur Schlachtung gehen. Dies könnte in einigen Monaten zu einem geringeren Angebot bei typbetonten Kälbern führen.

Blauzungenkrankheit erschwert den Transport

Ein weiteres Problem stellt die Blauzungenkrankheit vom Typ BTV 8 dar. Zwar sind viele Betriebe mittlerweile geimpft, doch die Transportauflagen für Kälber aus betroffenen Gebieten bleiben ein Hindernis. Die Kosten für Tests und notwendige Maßnahmen erhöhen sich pro Tier erheblich. Mathiak von der Raiffeisen Viehzentrale GmbH berichtet, dass freigetestete Tiere inzwischen teurer sind, da die Nachfrage nach Status-frei-Kälbern zunimmt.

Im Oktober könnte es jedoch Erleichterungen geben: Die EU plant eine weniger strenge Einstufung der Krankheit, was die Transportregeln innerhalb Deutschlands lockern könnte.

Kreuzungskälber gewinnen an Bedeutung

Im Bereich der HF-Bullenkälber zeigt sich ein etwas stabileres Bild. Die Preise schwanken jährlich und derzeit scheint sich der Markt zu erholen. Ein wachsendes Interesse besteht an Kreuzungskälbern, deren Preisabstand zu schwarzbunten Kälbern seit 2025 deutlich gestiegen ist. Diese Entwicklung könnte durch einen Strukturwandel begünstigt werden, der zu einem Rückgang bei Kälbern führt.

Neues Virus sorgt für Besorgnis

Einen weiteren Unsicherheitsfaktor stellt das Shamonda-Virus dar, das seit Sommer 2026 auch in Deutschland auftritt. Experten befürchten mögliche Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Gesundheit der Tiere ähnlich wie beim Schmallenberg-Virus. Mathiak betont jedoch, dass bisher keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen.