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Steirische Molkerei plant Zusammenschluss mit Berglandmilch

Der österreichische Milchmarkt steht erneut vor einer bedeutenden Veränderung. Die Obersteirische Molkerei eGen (OM) aus Knittelfeld im Murtal befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Berglandmilch eGen, wie aus einem Schreiben an die Milchlieferanten hervorgeht. Es geht konkret um die Ausgliederung des operativen Molkereigeschäfts der OM und dessen Integration in die Berglandmilch. Andere Geschäftsbereiche der Genossenschaft sollen von dieser Umstrukturierung nicht betroffen sein.

Strategische Neuausrichtung im Milchsektor

Die geplante Zusammenarbeit zwischen der OM und der Berglandmilch zeigt den Trend zur Konsolidierung im österreichischen Milchsektor. In den kommenden Wochen sind Informationsveranstaltungen geplant, bei denen die genossenschaftlichen Mitglieder über die Details informiert werden sollen. Beide Unternehmen betonten in ihrer schriftlichen Mitteilung, dass noch entsprechende Beschlüsse der Eigentümer ausstehen.

Im Wettbewerb mit europäischen Verarbeitern müssen auch kleinere Molkereien wie die OM innovative Wege finden, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Trotz herausfordernder Marktbedingungen konnte die OM im vergangenen Jahr mit ihren Tochterunternehmen ein positives Konzernergebnis erzielen, wie Obmann Jakob Karner berichtete.

Investitionen und Herausforderungen

Die OM hat aufgrund veränderter Marktbedingungen ihre Investitionen angepasst. Die geplante Anschaffung einer fünften Käsepresse am Standort Knittelfeld wurde vorgezogen, um höhere Milchmengen effizient zu verarbeiten, erklärte Geschäftsführer Michael Riegler auf der Generalversammlung. Allerdings bleibt die Vermarktung des bei der Käseproduktion entstehenden Nebenprodukts Molke weiterhin eine Herausforderung.

Trotz ihrer Größe kann die OM auf eine solide Eigenkapitalquote von 51,5 Prozent oder 96,8 Millionen Euro verweisen. Mit 1.160 Lieferanten und einer jährlichen Verarbeitung von 188 Millionen Kilogramm Milch zählt die Genossenschaft jedoch zu den kleineren Akteuren in Österreichs Milchverarbeitung.

Bedeutung für steirische Milchbauern

Die Berglandmilch, als größter Akteur im österreichischen Milchmarkt mit 8.000 Lieferanten und einer Verarbeitung von 1,3 Milliarden Kilogramm Milch jährlich, könnte für die steirischen Milchbauern neue Perspektiven eröffnen. Vor allem das kürzlich angehobene Basispreisniveau von 43,95 Cent pro Kilogramm dürfte für viele Landwirte von Interesse sein.

Für die Mitglieder der OM wird es entscheidend sein, wie sich die geplante Integration auf Preisstrukturen und Abnahmebedingungen auswirken wird. Die bevorstehenden Informationsveranstaltungen könnten hier Klarheit schaffen und den Weg für zukünftige Entscheidungen ebnen.