Die Milchpreise in Deutschland haben im Mai einen leichten Anstieg verzeichnet, nachdem die Molkereien bereits im April ihre Preise um 1 bis 2 Cent erhöht hatten. Laut aktuellen Berichten zahlten die Molkereien den Milchbauern im Mai durchschnittlich etwa 1 Cent mehr pro Liter. Der Rohstoffwert der Milch, der sich aus den Verkaufspreisen von Butter und Magermilchpulver ableitet, ging jedoch leicht zurück und liegt nun bei etwa 37,5 Cent. Die Milchanlieferung ist derzeit deutlich höher als im Vorjahr.
Unterschiedliche Preisentwicklungen in den Regionen
Im Norden Deutschlands haben die Molkereien ihre Milchpreise moderat angehoben. Die größte norddeutsche Molkerei, DMK, erhöhte ihren Grundpreis auf 38 Cent pro Liter. Insgesamt variieren die Preise in Norddeutschland zwischen 30 und 40 Cent. Im Süden bleiben die Preise ähnlich stabil wie im Norden, wobei nur wenige Molkereien über 40 Cent zahlen. Die meisten süddeutschen Unternehmen gaben ihren Lieferanten zwischen 35 und 39,5 Cent pro Liter.
Auch im Westen des Landes haben die Milchpreise eine ähnliche Entwicklung genommen. Dort erhielten die Landwirte für ihre Milch zwischen 36,5 und 37,5 Cent pro Kilogramm. In Ostdeutschland blieben die Preise ebenfalls stabil oder stiegen leicht an, mit Auszahlungspreisen zwischen 31,5 und 37,5 Cent.
Herausforderungen durch fallende Börsenmilchwerte
Ein weiteres Problem sind die sinkenden Börsenmilchwerte. Für Juni und Juli wird ein Rückgang der Preise erwartet, was auf eine schwierige Marktsituation hindeutet. Der Junitermin notiert bei 37,4 Cent und der Julitermin bei lediglich 36,6 Cent. Dies liegt unter dem aktuellen Rohstoffwert.
Auffällig ist auch der Preis für Spotmilch: Im Süden Deutschlands zahlen Molkereien aktuell nur etwa 27,5 Cent pro Liter und im Norden sogar nur rund 24 Cent. Diese niedrigen Preise spiegeln das hohe Angebot wider; die Anlieferungsmenge liegt Anfang Juni um 6,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Ausblick auf den weiteren Jahresverlauf
Marktbeobachter erwarten keine kurzfristige Verbesserung der Lage. Erst gegen Ende des Jahres wird ein leichter Anstieg der Börsenmilchwerte prognostiziert – bis Dezember könnten diese bis auf etwa 38,4 Cent steigen. Diese Entwicklungen zeigen den Druck auf die Landwirte und Molkereien gleichermaßen.
Insgesamt bleibt die Marktlage herausfordernd: Trotz eines leichten Preisanstiegs im Mai sind die Milchpreise immer noch deutlich niedriger als im Vorjahr – damals lagen sie um bis zu 15 Cent höher.
