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Bayerns Milchindustrie vor Warnstreiks

Der Tarifkonflikt in der bayerischen Milchwirtschaft hat sich verschärft, nachdem die Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) plant weitere Warnstreiks, die die rund 19.000 Beschäftigten in Molkereien und Käsereien betreffen könnten. Diese Aktionen könnten auch Auswirkungen auf die Milcherzeuger haben, insbesondere in Bezug auf Kosten und Milchpreise.

Uneinigkeit bei Tarifverhandlungen in Bayern

Während sich die Tarifpartner in der Milchindustrie Rheinland-Nassau, den hessischen Molkereien und bei Hochwald Foods bereits im Juli auf einen neuen Tarifvertrag einigten, bleibt die Situation in Bayern angespannt. Dort kritisiert die NGG den bayerischen Arbeitgeberverband dafür, ein Angebot zurückgezogen zu haben. Statt ursprünglich vorgesehener Entlastungstage wurden nur 2,1 Prozent Lohnerhöhung für 13 Monate sowie höhere Ausbildungsvergütungen angeboten.

Bereits einzelne Betriebe, wie Saliter in Obergünzburg sowie Nestlé in Biessenhofen und Karwendel in Buchloe, wurden von Warnstreiks getroffen. Dr. Hans-Jürgen Seufferlein vom Verband der Milcherzeuger Bayern betont zwar das Recht auf Lohnanpassungen, jedoch könnten diese zu erhöhten Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette führen.

Mögliche Auswirkungen auf Milcherzeuger

Laut Seufferlein könnte es problematisch werden, wenn zusätzliche Kosten nicht durch höhere Produktpreise oder Effizienzsteigerungen ausgeglichen werden können. Dies würde möglicherweise bedeuten, dass sie an die Milcherzeuger weitergegeben werden müssten.

Trotz der laufenden Verhandlungen erwartet Susanne Glasmann vom Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft einen fairen Tarifabschluss, der zukunftssicher ist. Die NGG warnt hingegen vor einem möglichen „Milch-Blackout“ durch flächendeckende Streiks.

Sichere Milchabholung trotz Streiks

Seufferlein zeigt sich jedoch optimistisch und sieht keine flächendeckende Organisation der Beschäftigten in den Molkereibetrieben. Bisher habe man es immer geschafft, dass keine Milch verderbe; alle bei den Landwirten erfassten Mengen wurden abgeholt und verarbeitet. Auch Glasmann ist zuversichtlich und betont die Zuverlässigkeit der Molkereien als Partner für Erzeuger und Einzelhandel.