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FrieslandCampina kämpft mit sinkendem Gewinn trotz Proteinmarkt-Boom

Das erste Halbjahr 2026 stellte FrieslandCampina vor Herausforderungen: Ein hohes globales Milchangebot und eine nachlassende Nachfrage nach traditionellen Molkereiprodukten wie Butter und Milchpulver führten zu einem Rückgang des Nettoergebnisses auf 138 Millionen Euro, verglichen mit 230 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Trotz dieser Schwierigkeiten konnte die niederländische Molkereigenossenschaft durch eine positive Entwicklung im Proteinmarkt, den Beitrag des Unternehmens Wisconsin Whey Protein sowie den Ausbau von Produkten mit höherer Wertschöpfung und Kosteneinsparungen das Umsatzniveau stabil bei rund 6,8 Milliarden Euro halten.

Anstieg der Milchlieferungen trotz Herausforderungen

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 stieg die Anlieferung von Mitgliedermilch um 18,5 % auf 5,4 Milliarden Kilogramm. Dies ist hauptsächlich auf die Fusion mit Milcobel zurückzuführen, ergänzt durch neue Mitglieder und eine gesteigerte Produktionsleistung der Lieferanten.

In Nordwesteuropa führte das Überangebot an Milch jedoch dazu, dass die Verarbeitungskapazitäten oft nicht ausreichten, um alle zusätzlichen Mengen in Produkte mit hoher Wertschöpfung umzuwandeln. Diese Situation drückte den Milchpreis erheblich.

Deutlicher Rückgang der Milchpreise

Der Garantiepreis für Milch sank im ersten Halbjahr auf 40,49 Euro pro 100 Kilogramm, nachdem er im Vorjahr noch bei 55,63 Euro gelegen hatte. Auch der Pro-Forma-Milchpreis verringerte sich von 59,66 Euro auf 43,09 Euro pro 100 Kilogramm.

Trotz dieser negativen Entwicklungen blickt FrieslandCampina optimistisch auf das zweite Halbjahr 2026. Die Genossenschaft erwartet ein weiteres Wachstum in Segmenten mit höherer Wertschöpfung, unterstützt durch einen vorteilhaften Markt für hochwertige Proteine. Das Betriebsergebnis könnte dadurch über dem des zweiten Halbjahres 2025 liegen.

Zukunftsaussichten und potenzielle Unsicherheiten

Zwar scheinen sich die Märkte für Basismolkereiprodukte langsam zu stabilisieren, doch bleiben zahlreiche Unsicherheitsfaktoren bestehen. Dazu zählen mögliche extreme Wetterbedingungen, die Auswirkungen auf die Milchproduktion haben könnten, sowie Schwankungen in den Rohstoffpreisen. Geopolitische Spannungen und Wechselkursveränderungen könnten ebenfalls Einfluss nehmen.

  • Anstieg der Milchlieferungen: Fusion mit Milcobel fördert Wachstum.
  • Senkung der Milchpreise: Überangebot belastet Preisentwicklung.
  • Zukunftsprognosen: Wachstum bei Produkten mit höherer Wertschöpfung erwartet.
  • Potenziell störende Faktoren: Klimaextreme und geopolitische Spannungen im Fokus.

Daher bleibt abzuwarten, wie sich diese Faktoren in der zweiten Jahreshälfte entwickeln werden und welchen Einfluss sie letztlich auf die Geschäftsergebnisse haben könnten.