Die anhaltende Hitzeperiode und extreme Trockenheit der letzten Wochen haben zu erheblichen Schäden im Zuckerrübenanbau geführt. Prognosen zur Erntemenge für das Jahr 2026 werden zunehmend pessimistischer, da selbst Regen keine wesentliche Verbesserung mehr bringen könnte. Diese Entwicklungen werfen Fragen über die zukünftige Verfügbarkeit von Zucker auf.
Erhebliche Ertragseinbußen erwartet
Der Verband Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V. (VSZ) hat seine Ernteprognosen erneut nach unten korrigiert. Bereits vorher hatte der Verband vor erheblichen Verlusten gewarnt. Laut jüngsten Proberodungen sind die Zuckerrübenbestände stark von den extremen Wetterbedingungen sowie von Krankheiten und Schädlingen betroffen. Besonders im Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg und Franken ist die Lage kritisch, da einige Felder fast keinen Ertrag mehr versprechen oder möglicherweise komplett ausfallen werden. Regen könnte laut Verband nicht mehr ausreichen, um diese Schäden zu beheben.
Wasservorräte erschöpft
Sogar auf den traditionell fruchtbaren Lössstandorten in Süddeutschland sind die Wasservorräte mittlerweile erschöpft. Zusätzliche Belastung kommt durch Blattkrankheiten wie Cercospora und bakterielle Infektionen wie SBR/Stolbur, die durch die Schilf-Glasflügelzikade verbreitet werden. Diese Faktoren beeinträchtigen die Rüben weiter und verschärfen die ohnehin kritische Lage.
Niedrigste Zuckermenge seit Jahrzehnten
Der VSZ prognostiziert für 2026 eine der niedrigsten Zuckerrübenmengen seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Die geringen Niederschläge könnten die Situation weiter verschlimmern, da Rüben ihre Wasserreserven zunächst für die Regeneration nutzen würden, anstatt Zucker zu produzieren. Selbst bei zukünftig ergiebigen Niederschlägen sei es unwahrscheinlich, dass diese Verluste ausgeglichen werden können. Laut Dr. Stefan Streng, dem Vorsitzenden des VSZ, stellt das Jahr 2026 eines der herausforderndsten Jahre für den süddeutschen Zuckerrübenanbau dar.
