Der Landmaschinenhersteller AGCO, bekannt für seine Marke Fendt, sieht sich im zweiten Quartal 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Umsätze konfrontiert. Der Umsatz fiel um 1 Prozent auf 2,61 Milliarden US-Dollar, was etwa 2,3 Milliarden Euro entspricht. Ohne die positiven Effekte durch günstige Wechselkurse wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen, nämlich um 3,7 Prozent. Trotz dieser Einbußen heben Deutschland und Großbritannien das Europageschäft an, während andere Märkte schwächeln.
Schwächelnde Nachfrage belastet Gewinn
Nicht nur der Umsatz, sondern auch der Betriebsgewinn von AGCO zeigt eine negative Entwicklung. Im Vergleich zum Vorjahr sank dieser um mehr als 14 Prozent auf etwa 141 Millionen US-Dollar. Besonders betroffen sind die Märkte in Europa und Lateinamerika. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der schwache Landtechnikmarkt den Konzern zunehmend unter Druck setzt.
In Europa und dem Mittleren Osten, wo AGCO zwei Drittel seines Umsatzes erzielt, sank dieser um 4,7 Prozent ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten. Deutschland und Großbritannien konnten zwar zulegen, doch nicht in einem Ausmaß, das die Verluste in anderen europäischen Ländern ausgleicht.
AGCO senkt Jahresprognose für 2026
Eine frühe Anpassung der Prognosen zeichnet ein düsteres Bild für das Jahr 2026. AGCO reduziert seine Umsatzerwartungen von ursprünglich bis zu 10,7 Milliarden US-Dollar auf maximal 10,2 Milliarden US-Dollar. Zudem plant der Konzern weniger Landmaschinen zu produzieren als zunächst angedacht. Diese Entscheidung spiegelt die Einschätzungen des Fendt-Chefs wider, der erst ab Mitte 2027 mit einer Markterholung rechnet.
Auch beim erwarteten Gewinnausblick zeigt sich AGCO vorsichtiger und prognostiziert einen Gewinn von nur noch bis zu 5,75 US-Dollar je Aktie statt zuvor rund 6 Dollar.
Positive Entwicklungen in Nordamerika
Trotz eines insgesamt rückläufigen Traktoren- und Mähdreschermarktes in Nordamerika konnte AGCO seinen Umsatz dort um fast 20 Prozent steigern. Diese Zuwächse sind hauptsächlich auf den Verkauf von Großtraktoren und Futtererntetechnik zurückzuführen. Konkrete Verkaufszahlen bleibt das Unternehmen jedoch schuldig.
Besonders die Marke Fendt scheint vom Wachstum in Nordamerika zu profitieren. Marktanteilsgewinne werden gemeldet, ohne genaue Zahlen oder Prozentsätze preiszugeben. Dies könnte an den neuen Traktorserien liegen, die speziell auf die Bedürfnisse des nordamerikanischen Marktes zugeschnitten wurden.
Zulassungszahlen stützen deutsches Geschäft
Die Zulassungszahlen für Traktoren in Deutschland geben Anlass zur Hoffnung: Im ersten Halbjahr wurden knapp 7 Prozent mehr Traktoren der Marken Fendt, Massey Ferguson und Valtra zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Auch wenn Zulassungen nicht direkt mit Verkäufen gleichzusetzen sind, zeichnen sie doch ein positives Bild für den deutschen Markt.
