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EU-Debatte über Gentechnik in der Nutztierhaltung gewinnt an Dynamik

Die Diskussion um den Einsatz von Gentechnik in der Nutztierhaltung wird zunehmend wichtiger, insbesondere nach der kürzlichen Deregulierung der Neuen Züchtungstechniken (NZT) im Pflanzenbau durch die EU-Gesetzgeber. Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) betont die Notwendigkeit, diese Debatte zeitnah und strukturiert zu führen.

Europäische Kommission plant neue Strategie

Die Europäische Kommission plant, am 7. Juli eine neue Nutztierstrategie vorzulegen, die möglicherweise als Anlass für diese Diskussion dienen könnte. Ein Entwurf dieser Strategie zeigt, dass Brüssel offen für den Einsatz neuer Zuchtmethoden in der Nutztierhaltung ist. Priorität haben Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel und in technologische Innovationen. Diese modernen Techniken werden als vorteilhaft für Wirtschaft und Umwelt angesehen.

Der BRS sieht die Notwendigkeit, sich mit neuen Zuchtmethoden auseinanderzusetzen. Nach der Entscheidung des Europäischen Parlaments rückt die Frage nach einem geeigneten Rechtsrahmen für die Nutztierzucht stärker in den Vordergrund. Es sei wichtig, schnell klare Richtlinien zu entwickeln, so der Verband.

Verbraucherschutz und Patentfragen

Aus Sicht des BRS sollte das Ziel sein, die Wahlfreiheit der Verbraucher zu gewährleisten und bestimmte Verfahren mit herkömmlichen Zuchtmethoden gleichzusetzen. Transparente und staatlich anerkannte Kennzeichnungssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind unabdingbar. Zudem fordert der Verband einen gesetzlichen Schutz vor Patenten auf Nutztiere.

Laut Stephan Schneider vom BRS zeigt die jüngste EU-Entscheidung, dass Europa bereit ist, neue genomische Techniken differenziert zu betrachten. Dennoch erfordert auch die Nutztierzucht klare und wissenschaftlich fundierte rechtliche Rahmenbedingungen, um Chancen zu nutzen und gleichzeitig Transparenz zu garantieren.

Nutzungsbedingungen und Marktverfügbarkeit

Die Vorteile moderner genomischer Techniken in der Nutztierhaltung könnten ähnlich wie im Pflanzenbau sein: Sie könnten helfen, Krankheitsresistenzen zu stärken und Anpassungen an klimatische Veränderungen zu verbessern. Fortschritte bei Tierwohl, Gesundheit und Ressourceneffizienz sind ebenfalls möglich.

Bereits im April legte der BRS ein Positionspapier vor, das empfiehlt, genetisch veränderte Nutztierrassen aus Drittstaaten erst zuzulassen, wenn marktreife europäische Entwicklungen verfügbar sind. Allerdings gibt es innerhalb des Verbandes unterschiedliche Meinungen zur Bewertung neuer Technologien; während einige Chancen sehen, bestehen bei anderen noch Vorbehalte. Einigkeit besteht jedoch darin, dass transparente Regelungen notwendig sind, um Planungssicherheit zu schaffen.