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Afrikanische Schweinepest drückt EU-Schweinepreise auf 1,50 € im Sommer

Der aktuelle Preis von 1,50 € für Schlachtschweine hat die Debatte über die Zukunft der Schweinehaltung in Deutschland entfacht. Bei einer Versammlung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Münster waren sich die Teilnehmer einig, dass dieser niedrige Preis eine Herausforderung für die Branche darstellt. ISN-Vorsitzender Christoph Selhorst äußerte seine Besorgnis darüber, dass negative Marktphasen zunehmen und die Preissituation für die Landwirte zunehmend belastend wird.

Veränderungen im Europäischen Schweinemarkt

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Spanien hat den EU-Schweinemarkt erheblich beeinflusst. Nach dem Ausbruch in Katalonien im November 2025 schlossen mehrere Drittländer ihre Märkte für spanisches Schweinefleisch. Laut Mathias Klahsen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist dies ein Hauptgrund für das Überangebot auf dem europäischen Markt. Die Spanier wenden sich nun verstärkt dem Binnenmarkt zu, was den Wettbewerb um Marktanteile innerhalb der EU verschärft.

Besonders Polen wird von günstigem spanischem Fleisch überschwemmt, da dort weniger Wert auf die Herkunft des Fleisches gelegt wird als in Deutschland. Diese Situation führt zu einem intensiven Preisdruck auf deutsche Erzeuger.

Preisanomalien und Herausforderungen

Trotz des Überangebots verzeichnet Spanien im EU-Schweinepreisvergleich eine positive Preisentwicklung mit 1,73 € pro kg Schlachtgewicht. Diese Diskrepanz im Vergleich zu Ländern wie Dänemark oder Deutschland wirft Fragen auf. Klahsen erklärt dies durch große Zugeständnisse seitens spanischer Integratoren, die bereit sind, auf Margen zu verzichten.

Eine Marktöffnung nach China könnte ein Hoffnungsschimmer sein, jedoch bleibt dies aufgrund der ASP-Situation unsicher. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainers Reise nach Asien deutet auf Fortschritte hin, doch es ist unklar, ob frühere Exporterfolge wieder erzielt werden können.

Schwächen im Inlandsgeschäft

Neben den internationalen Herausforderungen sieht sich die Branche auch nationalen Problemen gegenüber: Der Absatz über Großverbraucher und Gastronomie stagniert. Dr. Gereon Schulze Althoff von der Premium Food Group betont, dass wirtschaftliche Unsicherheiten viele Verbraucher veranlassen sparsamer zu sein und seltener auswärts zu essen.

Thorsten Staack kritisiert zudem ein fehlendes Bekenntnis zum „5xD“ im Großhandel, was Deutschlands Produktion unterstützen würde.

Notwendigkeit einer neuen Preisbildungsstruktur

Die Diskussionen während des Treffens verdeutlichten den dringenden Bedarf an einer Anpassung der Preisbildung. Staack weist darauf hin, dass sich Marktstrukturen verändert haben, ohne dass die Preisbildung entsprechend angepasst wurde. Die gestiegenen Produktionskosten werden nicht ausreichend berücksichtigt.

Ein Vorschlag von Jürgen Wehenpohl war die Einführung getrennter Notierungen für unterschiedliche Haltungsformen mit festgelegten Preisen für höhere Standards. Diese Idee spiegelt das Bedürfnis nach mehr Planungssicherheit wider.

Dr. Gereon Schulze Althoff plädiert für ein Preismodell, das Schwankungen abmildert und stabilisierende Faktoren integriert. Dabei sei es wichtig, den Lebensmitteleinzelhandel einzubeziehen, um neue Vertragsmodelle erfolgreich umzusetzen.

Obwohl bei dieser Versammlung keine endgültige Lösung gefunden wurde, ist klar geworden, dass die Diskussion um bessere Modelle zur Preisbildung weitergehen muss.