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EuroTier 2026: KI und neue Stalltechnik für Schweinehalter

Künstliche Intelligenz, automatisierte Stallüberwachung und neue Haltungssysteme gehören zu den wichtigsten Themen der EuroTier 2026. Vom 10. bis 13. November zeigen Hersteller in Hannover, wie moderne Technik die Schweinehaltung verbessern und Arbeitsabläufe erleichtern kann. Neben Tierwohl und Emissionsminderung geht es vor allem um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe. Denn steigende Kosten und höhere Anforderungen an die Tierhaltung setzen viele Schweinehalter unter Druck.

Die Fachmesse steht in diesem Jahr unter dem Leitthema „Intelligence in Animal Farming“. Für Schweinehalter sind insbesondere die Hallen 15 bis 17 interessant, in denen zahlreiche Unternehmen ihre Produkte und Lösungen vorstellen.

KI erkennt Gesundheitsprobleme bei Schweinen früher

Die Überwachung von Sauen, Ferkeln und Mastschweinen gehört zu den Einsatzbereichen, in denen Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung gewinnt. Kameras, Sensoren und automatische Auswertungssysteme können das Verhalten der Tiere rund um die Uhr beobachten und Auffälligkeiten melden.

Ein Beispiel ist die Gesundheitskontrolle von Sauen nach dem Abferkeln. Steht eine Sau nachts nicht auf oder verweigert sie das Futter, kann das auf gesundheitliche Probleme wie Fieber hindeuten. KI-gestützte Systeme sollen solche Veränderungen frühzeitig erkennen und den Tierhalter informieren. Dieser kann dann den Gesundheitszustand kontrollieren und gegebenenfalls eine Behandlung veranlassen.

Auch in der Mastschweinehaltung lassen sich Verhaltensänderungen technisch erfassen. Unruhe in einer Bucht kann beispielsweise auf Probleme mit der Lüftung oder dem Stallklima hinweisen. Werden solche Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt, können Betriebsleiter schneller reagieren.

Die Systeme ersetzen allerdings keine regelmäßige Tierkontrolle. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin, große Datenmengen auszuwerten und auf mögliche Probleme hinzuweisen, die bei herkömmlichen Stallrundgängen möglicherweise erst später auffallen würden.

Automatisierung soll Arbeitsaufwand im Schweinestall senken

Neben der Tiergesundheit beschäftigen sich die Aussteller mit der Frage, wie sich wiederkehrende Arbeiten stärker automatisieren lassen. Digitale Überwachungssysteme können Betriebsleiter und Mitarbeiter entlasten, indem sie wichtige Stallparameter kontinuierlich erfassen und bei Abweichungen Alarm auslösen.

Besonders interessant sind solche Anwendungen für größere Schweinebestände, in denen eine lückenlose Beobachtung aller Tiere mit erheblichem Personalaufwand verbunden wäre.

Allerdings muss sich die Technik im täglichen Betrieb bewähren. Fehlalarme, unzuverlässige Erkennungen oder aufwendige Wartungsarbeiten können den erhofften Zeitgewinn verringern. Für Schweinehalter kommt es deshalb weniger auf die Zahl der angebotenen Funktionen an als auf deren Zuverlässigkeit und praktischen Nutzen.

Welche Lösungen bereits marktreif sind und wie sie sich in vorhandene Stallsysteme integrieren lassen, können Besucher auf der EuroTier direkt mit den Herstellern besprechen.

Tierwohl, Emissionen und Wirtschaftlichkeit auf der Expert Stage

Das Fachprogramm greift die aktuellen Fragen der Schweinehaltung auf. Auf der DLG-Expert Stage „Schwein“ in Halle 17, Stand F28, diskutieren Vertreter aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung und Industrie über neue Haltungskonzepte und technische Entwicklungen.

Dabei geht es unter anderem darum, wie sich Tierwohl und Emissionsminderung mit einer wirtschaftlich tragfähigen Schweineproduktion verbinden lassen. Auch Fütterung, Stallmanagement und gesellschaftliche Anforderungen an die Nutztierhaltung stehen auf dem Programm.

Eine weitere Anlaufstelle ist die DLG-Expert Stage „Intelligence in Animal Farming“ in Halle 13 am Stand E58_E. Dort stellen internationale Fachleute, Landwirte und Entwickler digitale Anwendungen für die Nutztierhaltung vor. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Nutzung moderner Technologien, einschließlich KI und Automatisierung.

Für Schweinehalter bieten die Vorträge die Gelegenheit, Erfahrungen aus bestehenden Anwendungen kennenzulernen und technische Lösungen miteinander zu vergleichen.

EU-Nutztierstrategie wird am 11. November diskutiert

Auch die agrarpolitischen Rahmenbedingungen erhalten auf der EuroTier einen eigenen Programmpunkt. Beim International Cattle & Pig Event am Mittwoch, dem 11. November, beschäftigen sich europäische Tierhalter mit den Auswirkungen der geplanten EU-Nutztierstrategie.

Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr im Convention Center, Saal 3. Nach einem Vortrag eines Vertreters der Europäischen Kommission diskutieren Schweine- und Milchviehhalter aus verschiedenen EU-Ländern über Wettbewerbsbedingungen und die künftige Ausrichtung der Tierhaltung.

Zur Sprache kommen insbesondere die unterschiedlichen Produktionsbedingungen innerhalb Europas sowie die Frage, wie gemeinsame Anforderungen umgesetzt werden können, ohne einzelne Regionen oder Betriebe wirtschaftlich zu benachteiligen.

Für die Abendveranstaltung ist eine separate Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme kostet 49 Euro einschließlich Verpflegung. Eine Anmeldung an der Abendkasse ist nicht möglich.

EuroTier 2026: Öffnungszeiten und Eintrittspreise

Die EuroTier findet vom Dienstag, 10. November, bis Freitag, 13. November 2026, auf dem Messegelände in Hannover statt. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18 Uhr.

Ein Tagesticket kostet im Online-Vorverkauf 33 Euro. An der Tageskasse werden 45 Euro fällig. Für einen mehrtägigen Besuch gibt es Dauerkarten für 78 Euro online beziehungsweise 99 Euro vor Ort. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre erhalten freien Eintritt.

Schweinehalter, die sich gezielt über neue Technik informieren möchten, finden die entsprechenden Aussteller schwerpunktmäßig in den Hallen 15 bis 17. Ergänzend bieten die Fachvorträge Gelegenheit, sich über praktische Erfahrungen mit digitalen Systemen, neue Haltungskonzepte und politische Entwicklungen auszutauschen.

Quellen