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Messeregge auf schweren Böden: Einsatz und Grenzen

Auf schweren Böden entscheidet häufig der Bearbeitungszeitpunkt darüber, ob eine Messeregge grobe Erdschollen zerkleinert oder den Boden lediglich verschmiert. Besonders tonreiche Flächen können nach dem Pflügen große, feste Kluten bilden. Eine Messeregge kann helfen, diese aufzubrechen und die Oberfläche für die Aussaat vorzubereiten. Bei ungünstiger Bodenfeuchtigkeit stößt das Gerät allerdings an seine Grenzen.

Wie gut die Messeregge arbeitet, hängt neben der Bodenart von der Schollenfestigkeit, der Werkzeugstellung und der Bearbeitungsintensität ab. Auch die nachfolgende Rückverfestigung muss zum Bodenzustand passen.

Ist eine Messeregge für schwere Böden geeignet?

Grundsätzlich lässt sich eine Messeregge auch auf schweren, tonhaltigen Böden einsetzen. Ihre Messer wirken auf vorhandene Erdschollen und sollen diese mechanisch zerkleinern. Besonders nach dem Pflügen kann das die weitere Saatbettbereitung erleichtern.

Voraussetzung ist ein bearbeitbarer Boden. Ist er zu nass, verformen sich die Schollen unter dem Werkzeugdruck, statt aufzubrechen. Bei extremer Trockenheit können sie dagegen so hart werden, dass die Messer nur begrenzt wirken.

Der Einsatzbereich unterscheidet sich zudem von anderen Bodenbearbeitungsgeräten. Eine Messeregge soll vor allem die Oberfläche bearbeiten. Verdichtete Bodenschichten in größerer Tiefe lassen sich damit nicht gezielt lockern.

Für eine bereits gelockerte, aber noch grobschollige Fläche kann sie daher gut geeignet sein. Muss der Boden dagegen zunächst intensiv gelockert oder mit größeren Mengen Pflanzenmaterial durchmischt werden, sind andere Geräte erforderlich.

Warum sind schwere Böden schwieriger zu bearbeiten?

Schwere Böden besitzen einen hohen Anteil feiner Bodenpartikel, insbesondere Ton. Diese beeinflussen, wie stark die Bodenteilchen aneinanderhaften und wie sich der Boden unter mechanischer Belastung verhält.

Bei einem geeigneten Feuchtezustand lassen sich Erdschollen durch Druck und Stoß aufbrechen. Wird der Boden zu feucht, nimmt seine Tragfähigkeit ab. Die Werkzeuge können dann plastische Verformungen und glatte Schmierflächen verursachen.

Trocknet ein tonreicher Boden stark aus, nimmt die Festigkeit der Schollen häufig erheblich zu. Unter solchen Bedingungen kann selbst eine intensive Bearbeitung nur eine unzureichende Krümelung erreichen.

Hinzu kommt, dass schwere Böden nach Niederschlägen oft langsamer abtrocknen. Eine trockene Oberfläche bedeutet nicht zwangsläufig, dass die darunterliegende Bodenschicht bereits ausreichend tragfähig ist.

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) weist in ihren Empfehlungen zum bodenschonenden Maschineneinsatz darauf hin, dass insbesondere feuchte Böden empfindlich auf hohe Radlasten und mechanische Belastungen reagieren.

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einsatz?

Der geeignete Bearbeitungszeitpunkt liegt zwischen zwei ungünstigen Zuständen: Der Boden darf weder zu nass und plastisch noch so stark ausgetrocknet sein, dass größere Schollen kaum zerbrechen.

Eine feste Zahl von Tagen nach Regen oder Pflügen gibt es dafür nicht. Niederschlagsmenge, Temperatur, Bodenstruktur und Wasserabfluss beeinflussen die Abtrocknung.

Bodenfeuchtigkeit vor der Bearbeitung prüfen

Eine einfache Feldprobe liefert erste Hinweise. Dazu wird etwas Boden aus dem vorgesehenen Bearbeitungshorizont entnommen und zwischen den Fingern beziehungsweise in der Hand zusammengedrückt.

Bleibt der Boden stark schmierig und lässt sich plastisch verformen, ist Vorsicht geboten. Zerfällt er dagegen bei mäßigem Druck in kleinere Aggregate, sind die Bedingungen für eine krümelnde Bearbeitung günstiger.

Die Probe ersetzt keine vollständige Bodenbeurteilung. Gerade auf schweren Flächen sollte zusätzlich kontrolliert werden, wie feucht der Boden unterhalb der obersten Zentimeter ist.

Auch die Fahrspuren des Traktors geben Hinweise. Tiefe Spuren und deutlicher Schlupf sprechen für eine unzureichende Tragfähigkeit. In diesem Fall kann bereits die Überfahrt mehr Schaden verursachen, als die Messeregge durch ihre Bearbeitung verbessert.

Was passiert bei zu feuchtem Boden?

Auf nassem Tonboden werden Schollen durch den Messerdruck unter Umständen lediglich zusammengedrückt. Die gewünschte Krümelung bleibt aus.

An den Kontaktstellen können glatte Oberflächen entstehen. Solche Schmierflächen beeinträchtigen die Bodenstruktur und können den weiteren Wasser- und Luftaustausch erschweren.

Eine tiefere Einstellung der Messeregge ist dann keine Lösung. Sie erhöht vielmehr die mechanische Beanspruchung des feuchten Bodens.

Unter diesen Bedingungen ist es sinnvoller, die Bearbeitung zu verschieben.

Was passiert bei stark ausgetrockneten Schollen?

Große, trockene Tonkluten können ausgesprochen fest sein. Die Messer treffen dann auf harte Widerstände und müssen hohe Kräfte aufnehmen.

Dabei steigt die Beanspruchung von Werkzeugen und Befestigungen. Gleichzeitig kann das Arbeitsergebnis unbefriedigend bleiben: Statt einer gleichmäßig gekrümelten Oberfläche liegen weiterhin größere Schollen auf dem Feld.

Eine höhere Fahrgeschwindigkeit führt nicht automatisch zu einer ausreichenden Zerkleinerung. Sie kann auch die Stoßbelastungen der Maschine erhöhen.

Bei solchen Bedingungen sollte zunächst geprüft werden, ob die vorhandene Technik die gewünschte Bearbeitung überhaupt leisten kann.

Welche Arbeitstiefe ist auf schweren Böden sinnvoll?

Die Messer sollten nur so tief eingreifen, wie es für das Aufbrechen der vorhandenen Schollen und das Einebnen der Oberfläche erforderlich ist.

Ein tieferer Werkzeugeingriff bedeutet nicht grundsätzlich eine bessere Krümelung.

Auf schweren Böden kann er sogar nachteilig sein. Wird zusätzlich feuchter Boden aus tieferen Bereichen an die Oberfläche geholt, verschlechtern sich möglicherweise die Bearbeitungsbedingungen.

Andererseits darf die Messeregge nicht so flach eingestellt sein, dass sie größere Schollen kaum erfasst.

Als Ausgangspunkt bietet sich deshalb eine zurückhaltende Einstellung an, die nach einer kurzen Arbeitsprobe angepasst wird.

Beim Kerner TORON ist für das entsprechende Vorwerkzeug ein Verstellbereich von 0 bis 10 cm angegeben. Dieser technische Bereich ist keine Empfehlung, schwere Böden grundsätzlich bis zur maximal möglichen Tiefe zu bearbeiten.

Die ausführliche Vorgehensweise behandelt der Ratgeber Welche Arbeitstiefe ist bei der Messeregge sinnvoll?.

Messeregge richtig einstellen: Worauf kommt es an?

Auf schweren Böden fallen Einstellfehler oft deutlicher auf als auf leicht bearbeitbaren Flächen.

Greifen die Messer auf einer Seite tiefer ein, kann dort erheblich mehr Boden bewegt werden. Gleichzeitig steigt die Belastung der Werkzeuge.

Vor Arbeitsbeginn sollte deshalb kontrolliert werden, ob die Messeregge gleichmäßig ausgerichtet ist und alle Messer in der vorgesehenen Position sitzen.

Bei einer Kombination mit einem Frontpacker muss auch dessen Lage stimmen. Ein schräg geführtes Gerät kann dazu führen, dass die Vorwerkzeuge unterschiedlich tief arbeiten.

Nach den ersten Metern lohnt sich eine Kontrolle des bearbeiteten Bodens. Dabei sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Werden größere Schollen tatsächlich aufgebrochen oder nur verschoben?
  • Ist die Bodenoberfläche über die gesamte Arbeitsbreite gleichmäßig bearbeitet?
  • Entstehen glatte, verschmierte Flächen?
  • Bleiben größere Mengen Erde vor den Messern hängen?
  • Hinterlässt das Gerät unnötig tiefe Bearbeitungsspuren?

Erst wenn das Arbeitsbild stimmt, sollte die Fahrgeschwindigkeit an die Bedingungen angepasst werden.

Bei einzelnen Maschinen lässt sich die Arbeitstiefe hydraulisch verändern. Das erleichtert die Anpassung während des Einsatzes, ersetzt aber nicht die Kontrolle des Ergebnisses.

Welche Fahrgeschwindigkeit eignet sich für schwere Böden?

Eine allgemeine Geschwindigkeitsvorgabe wäre wenig hilfreich. Unterschiedliche Messereggen besitzen verschiedene Werkzeuggeometrien, Arbeitsbreiten und Rahmenkonstruktionen.

Auf schweren Böden sollte die Geschwindigkeit zunächst so gewählt werden, dass die Maschine ruhig läuft und die Messer nicht übermäßig belastet werden.

Bei höherer Geschwindigkeit wirken stärkere dynamische Kräfte auf die Werkzeuge. Dadurch können Schollen intensiver beansprucht werden. Zugleich steigt unter Umständen die Stoßbelastung, insbesondere auf sehr harten und unebenen Flächen.

Eine zu hohe Geschwindigkeit kann außerdem dazu führen, dass Erde unkontrolliert verlagert wird und das Arbeitsbild ungleichmäßig ausfällt.

Bei der Wahl der Geschwindigkeit zählt deshalb das Ergebnis hinter der Maschine, nicht die möglichst hohe Flächenleistung.

Wie gut zerkleinert eine Messeregge harte Erdschollen?

Die Schollenzerkleinerung hängt von der mechanischen Festigkeit der Bodenaggregate ab.

Bei ausreichend abgetrockneten Schollen können die Messer Bruchstellen erzeugen und größere Kluten in kleinere Teile zerlegen. Das erleichtert den nachfolgenden Arbeitsgang.

Besonders bei Kombinationen mit einer Packerwalze ergänzen sich die Wirkungen. Zunächst greift das Messerwerkzeug in die Bodenoberfläche ein. Anschließend kann die Walze verbliebene Schollen weiter beanspruchen.

Ist der Boden jedoch extrem hart, reicht diese Kombination möglicherweise nicht aus, um die gewünschte Krümelstruktur herzustellen.

Es wäre daher falsch, von einer Messeregge unabhängig vom Bodenzustand ein feines Saatbett zu erwarten.

Auch eine zweite Überfahrt verbessert das Ergebnis nicht zwangsläufig. Sie verursacht zusätzliche Kosten und belastet den Boden erneut durch die Traktorräder.

Welche Rolle spielt die Packerwalze?

Auf schweren Böden ist die Rückverfestigung nach der Bearbeitung besonders sorgfältig abzustimmen.

Ein zu lockeres Saatbett kann sich nach Niederschlägen ungleichmäßig setzen. Eine geeignete Packerwalze unterstützt den Bodenschluss und kann die Krümelung verbessern.

Bei zu feuchtem Boden besteht jedoch die Gefahr einer übermäßigen Verdichtung.

Das Gewicht der Walze, ihre Ringform und die Aufstandsfläche beeinflussen, wie der Druck in den Boden übertragen wird.

Kerner bietet für den TORON verschiedene Vorwerkzeuge und ein Walzensystem mit Räum- und Schneidelementen zwischen den Walzenringen an. Nach Herstellerangaben übernimmt die Kombination Krümelung, Einebnung und Rückverfestigung.

Die konkrete Wirkung hängt auch hier vom Boden ab. Eine schwere Walze kann einen ungeeigneten Bearbeitungszeitpunkt nicht ausgleichen.

Messeregge oder Kurzscheibenegge auf Tonboden?

Welche Maschine besser geeignet ist, hängt vor allem von der vorgesehenen Arbeit ab.

Eine Messeregge kann sinnvoll sein, wenn der Boden bereits gelockert wurde und größere Schollen für die Saatbettbereitung zerkleinert werden sollen.

Eine Kurzscheibenegge arbeitet dagegen mit rotierenden Scheiben, die in den Boden schneiden und Erde sowie Pflanzenreste mischen.

Soll nach der Ernte eine flache Stoppelbearbeitung durchgeführt werden, ist eine Kurzscheibenegge in vielen Fällen besser geeignet. Das gilt auch dann, wenn größere Mengen Ernterückstände eingearbeitet werden müssen.

Für das reine Einebnen und die Bearbeitung von Schollen kann eine Messeregge in Kombination mit einer Walze ausreichen.

Auf sehr feuchtem Tonboden können beide Werkzeuge Schmierwirkungen verursachen. Die Wahl einer anderen Maschine macht den Boden nicht automatisch befahrbar.

Kann eine Messeregge Bodenverdichtungen beseitigen?

Nein. Eine Messeregge ist kein Tiefenlockerer.

Sie bearbeitet die obere Bodenschicht und kann Erdschollen mechanisch zerkleinern. Tiefer liegende Verdichtungen, beispielsweise durch hohe Radlasten unter ungünstigen Bedingungen, lassen sich damit nicht gezielt aufbrechen.

Solche Verdichtungen beeinträchtigen den Porenraum des Bodens und damit die Wasseraufnahme, Durchlüftung und Durchwurzelung.

Vor einer mechanischen Lockerung muss zunächst geklärt werden, in welcher Tiefe sich der verdichtete Bereich befindet und ob eine Lockerung unter den aktuellen Bodenbedingungen überhaupt sinnvoll ist.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft weist in ihren Fachinformationen darauf hin, dass Verdichtungen die Wasserversorgung und das Wurzelwachstum beeinträchtigen können.

Für Landwirte bedeutet das: Eine Messeregge kann die Oberfläche verbessern, aber keine geschädigte Unterbodenstruktur reparieren.

Wann lohnt sich der Einsatz auf schweren Böden?

Eine Messeregge ist vor allem dann interessant, wenn regelmäßig grobschollige Flächen für die Aussaat vorbereitet werden müssen und die vorhandene Bodenbearbeitung keine ausreichend gleichmäßige Oberfläche hinterlässt.

Wer bereits mit einem geeigneten Packer arbeitet, kann durch ein zusätzliches Messerwerkzeug die Vorzerkleinerung der Schollen verbessern.

Der Nutzen fällt allerdings geringer aus, wenn der Boden überwiegend feinkrümelig vorliegt oder die vorhandene Saatbetttechnik bereits gute Ergebnisse liefert.

Auch die Zahl der erforderlichen Überfahrten spielt eine Rolle. Lassen sich zwei bislang getrennte Arbeitsgänge kombinieren, können Arbeitszeit und zusätzliche Fahrspuren eingespart werden.

Dem stehen die Kosten für das Werkzeug, der Verschleiß und ein möglicher zusätzlicher Zugkraftbedarf gegenüber.

Technische Ausführungen, Hersteller und Anschaffungspreise sind im Überblick Messeregge: Funktion, Einsatz, Hersteller und Preise zusammengestellt.