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Messeregge zur Saatbettbereitung: Einsatz und Grenzen

Ein gleichmäßiges Saatbett beginnt nicht erst mit der Sämaschine. Grobe Erdschollen, tiefe Fahrspuren oder eine unzureichende Rückverfestigung können bereits vor der Aussaat Probleme verursachen. Eine Messeregge kann helfen, die Bodenoberfläche vorzubereiten. Ihre Messer zerkleinern größere Schollen und ebnen Unebenheiten ein. In Kombination mit einer Packerwalze lässt sich der Boden anschließend rückverfestigen.

Besonders nach dem Pflügen kann diese Arbeitsweise sinnvoll sein. Ob die Messeregge für die vollständige Saatbettbereitung ausreicht, hängt jedoch von der Bodenstruktur, dem Feuchtezustand und den Anforderungen der jeweiligen Kultur ab.

Welche Aufgaben übernimmt die Messeregge bei der Saatbettbereitung?

Die Messeregge bearbeitet vor allem die oberste Bodenschicht. Ihre Messer treffen während der Fahrt auf Erdschollen und beanspruchen diese mechanisch. Bei geeigneten Bodenbedingungen brechen größere Kluten auseinander. Gleichzeitig können kleinere Unebenheiten ausgeglichen werden.

Bei einer Frontpackerkombination läuft hinter der Messeregge eine Walze. Sie übernimmt einen weiteren Teil der Krümelung und sorgt für die Rückverfestigung.

Das Arbeitsprinzip lässt sich am Kerner TORON nachvollziehen. Der Hersteller bietet eine Messeregge als Vorwerkzeug für den Frontpacker an. Auch Fliegl führt Messereggen für seine Profiwalzen. Beide Konzepte sollen größere Erdschollen vor dem Walzendurchgang zerkleinern.

Die Messeregge übernimmt dabei keine tiefere Grundbodenbearbeitung. Sie bereitet eine bereits bearbeitete Fläche für die folgenden Arbeitsgänge vor.

Wie muss ein gutes Saatbett aussehen?

Für eine gleichmäßige Keimung benötigt das Saatgut ausreichend Wasser, Sauerstoff und eine zur Kultur passende Bodentemperatur. Die Saatbettbereitung soll Bedingungen schaffen, unter denen die Körner möglichst einheitlich abgelegt werden können.

Ein geeignetes Saatbett besitzt eine für die jeweilige Kultur ausreichende Feinkrümelung. Gleichzeitig muss der Boden unterhalb der Saatablage genügend rückverfestigt sein, damit das Saatgut Anschluss an die Bodenfeuchtigkeit erhält.

Zu locker darf der Saathorizont nicht sein. Sonst kann sich der Boden nach der Aussaat ungleichmäßig setzen. Eine präzise Tiefenablage wird dadurch erschwert.

Auf der anderen Seite ist ein übermäßig fein bearbeiteter Boden ebenfalls unerwünscht. Besonders auf verschlämmungsgefährdeten Standorten kann eine stark zerkleinerte Oberfläche nach kräftigen Niederschlägen eine Kruste bilden.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft weist bei der Saatbettbereitung deshalb sowohl auf die Bedeutung einer ausreichenden Rückverfestigung als auch auf die Nachteile einer zu intensiven Bearbeitung hin.

Warum ist die Rückverfestigung wichtig?

Nach dem Pflügen oder einer anderen Lockerung enthält der Boden zunächst viele größere Hohlräume. Das ist für die weitere Bearbeitung nicht in jedem Fall günstig.

In einem zu lockeren Saatbett können die Säschare unterschiedlich tief eindringen. Zudem kann der Wasseranschluss des Saatguts beeinträchtigt sein.

Eine Packerwalze drückt die gelockerte Erde wieder an. Dadurch werden größere Hohlräume verkleinert und die Bodenoberfläche für den nächsten Arbeitsgang vorbereitet.

Bei geeigneter Bodenfeuchtigkeit unterstützt diese Rückverfestigung den Kontakt zwischen Saatgut und Boden.

Allerdings muss die Intensität stimmen. Auf nassem Boden kann eine schwere Walze Verdichtungen verursachen. Das gilt besonders für tonreiche Flächen mit geringer Tragfähigkeit.

Messeregge nach dem Pflügen: Wann ist der Einsatz sinnvoll?

Nach der Pflugfurche können je nach Bodenart, Feuchtigkeit und Arbeitsqualität größere Schollen zurückbleiben. Auf schweren Böden ist das besonders häufig der Fall.

Die Messeregge soll diese Kluten vor der Aussaat aufbrechen. Dazu greifen die Messer in die Bodenoberfläche ein. Eine nachfolgende Walze kann verbliebene Schollen weiter zerkleinern.

Auf ausreichend abgetrockneten Flächen lässt sich damit eine gleichmäßigere Oberfläche herstellen.

Problematischer wird die Bearbeitung, wenn die Schollen sehr hart oder noch plastisch sind. Stark ausgetrocknete Tonkluten leisten den Messern großen Widerstand. Feuchte Schollen können sich dagegen unter dem Werkzeugdruck verformen, ohne sauber zu zerbrechen.

Eine tiefere Einstellung oder höhere Geschwindigkeit verbessert das Ergebnis dann nicht zwangsläufig.

Vor allem auf schweren Böden sollte der Bearbeitungszeitpunkt deshalb nach der tatsächlichen Bodenfeuchtigkeit gewählt werden und nicht ausschließlich nach dem geplanten Aussaattermin.

Reicht eine Messeregge für die Saatbettbereitung aus?

Eine Messeregge kann einen Teil der Saatbettbereitung übernehmen. Ob sie gemeinsam mit einer Packerwalze bereits ein ausreichend vorbereitetes Saatbett hinterlässt, hängt vom Ausgangszustand der Fläche ab.

Auf einem zuvor gut gelockerten Boden mit mäßigem Schollenanteil kann eine solche Kombination genügen, um die Oberfläche für die Sämaschine vorzubereiten.

Sind dagegen große Mengen Pflanzenreste vorhanden, starke Verdichtungen entstanden oder erhebliche Unebenheiten zurückgeblieben, reicht die Bearbeitungswirkung möglicherweise nicht aus.

Die Grenzen lassen sich anhand typischer Feldbedingungen einordnen:

Zustand der FlächeEignung der Messeregge
Gepflügter Boden mit mäßig großen SchollenGute Einsatzmöglichkeit bei geeigneter Bodenfeuchte
Bereits feinkrümelige, ebene OberflächeZusätzliche Bearbeitung möglicherweise entbehrlich
Grobe, aber ausreichend brüchige ErdschollenMesseregge mit nachfolgender Walze kann sinnvoll sein
Sehr harter, ausgetrockneter TonbodenZerkleinerungswirkung möglicherweise unzureichend
Nasser, plastischer BodenGefahr von Schmierwirkungen und Verdichtungen
Starke UnterbodenverdichtungMesseregge nicht zur Beseitigung geeignet
Große Mengen ungleichmäßig verteilter ErnterückständeAndere Bodenbearbeitungswerkzeuge können erforderlich sein

Die Messeregge sollte deshalb nicht als Ersatz für sämtliche Bodenbearbeitungsgeräte betrachtet werden. Ihre Stärke liegt in der Oberflächenbearbeitung.

Welche Kulturen profitieren von einer gleichmäßigen Saatbettbereitung?

Nicht jede Kultur stellt dieselben Ansprüche an die Bodenoberfläche. Unterschiede bestehen unter anderem bei Saatgutgröße, Ablagetiefe und Empfindlichkeit gegenüber Verschlämmung.

Getreide: Gleichmäßige Ablagetiefe ermöglichen

Bei der Getreideaussaat soll die Sämaschine das Saatgut möglichst gleichmäßig in den vorgesehenen Horizont ablegen.

Größere Erdschollen können dabei störend wirken. Sie beeinträchtigen unter Umständen die Führung der Säschare und erschweren eine gleichmäßige Bodenbedeckung.

Eine Messeregge mit nachfolgender Packerwalze kann auf gepflügten Flächen dazu beitragen, die Oberfläche zu ebnen und grobe Kluten zu zerkleinern.

Ob eine zusätzliche Bearbeitung nötig ist, richtet sich nach der bereits vorhandenen Bodenstruktur.

Raps: Feinkrümelig, aber nicht überarbeitet

Raps besitzt vergleichsweise kleines Saatgut. Ein gut vorbereitetes Saatbett erleichtert eine gleichmäßige Ablage und den Kontakt zur Bodenfeuchtigkeit.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft empfiehlt für Raps ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett. Gleichzeitig warnt sie vor einer zu intensiven Bodenbearbeitung, weil dadurch Verschlämmung und Krustenbildung begünstigt werden können.

Eine Messeregge kann zur Zerkleinerung größerer Schollen beitragen. Sie sollte jedoch nicht unnötig tief oder häufig eingesetzt werden.

Besonders bei sommerlichen Aussaatbedingungen ist der Erhalt der Bodenfeuchtigkeit wichtig.

Zuckerrüben: Eine ebene Oberfläche für die Einzelkornsaat

Bei Zuckerrüben kommt es auf eine präzise Tiefenablage an. Eine gleichmäßige, ausreichend rückverfestigte Bodenoberfläche erleichtert die Führung der Einzelkornsämaschine.

Große Erdschollen können die Ablagequalität beeinträchtigen. Eine Messeregge kann diese vor dem Walzendurchgang bearbeiten.

Allerdings dürfen die Anforderungen an ein feines Saatbett nicht mit möglichst intensiver Krümelung verwechselt werden. Verschlämmungsgefährdete Standorte benötigen eine stabile Bodenstruktur.

Auf bereits gut vorbereiteten Flächen kann ein zusätzlicher Bearbeitungsgang deshalb entfallen.

Wie wichtig ist die Bodenfeuchtigkeit?

Bodenfeuchtigkeit beeinflusst sowohl die Wirkung der Messer als auch die Rückverfestigung durch die Walze.

Ist der Boden ausreichend abgetrocknet und brüchig, können größere Schollen beim Kontakt mit den Messern zerbrechen.

Bei hoher Feuchtigkeit reagieren besonders tonreiche Böden anders. Die Schollen werden unter Druck verformt. Dabei können glatte Schmierflächen entstehen, statt dass eine krümelige Struktur hergestellt wird.

Trocknet ein schwerer Boden dagegen stark aus, nimmt die Festigkeit der Kluten häufig zu. Dann reichen die auftretenden Kräfte möglicherweise nicht aus, um sie wirksam zu zerkleinern.

Vor der Bearbeitung lohnt sich deshalb eine einfache Prüfung mit dem Spaten. Dabei sollte nicht nur die trockene Oberfläche betrachtet werden, sondern auch die Feuchtigkeit im vorgesehenen Bearbeitungshorizont.

Ein gut bearbeitbarer Boden zerfällt bei geeigneter mechanischer Belastung in Aggregate. Stark plastischer Boden lässt sich dagegen schmieren und formen.

Zeigen sich deutliche Schmierwirkungen oder tiefe Fahrspuren, sollte die Bearbeitung verschoben werden.

Welche Arbeitstiefe eignet sich zur Saatbettbereitung?

Die Messer müssen vorhandene Schollen ausreichend erfassen. Tiefer als nötig sollten sie jedoch nicht in den Boden eingreifen.

Beim Kerner TORON beträgt der angegebene Einstellbereich der Messeregge 0 bis 10 cm. Daraus ergibt sich keine allgemeine Empfehlung, die Saatbettbereitung in einer bestimmten Tiefe durchzuführen.

Auf einer bereits gut vorbereiteten Fläche kann eine sehr flache Einstellung genügen. Große Schollen erfordern möglicherweise einen stärkeren Werkzeugeingriff.

Bei einer zu tiefen Einstellung wird unnötig Boden bewegt. Das erhöht den Zugkraftbedarf und kann Feuchtigkeit aus tieferen Schichten an die Oberfläche bringen.

Arbeitet die Messeregge zu flach, bleiben dagegen größere Schollen möglicherweise unverändert liegen.

Die passende Einstellung wird anhand des Arbeitsergebnisses ermittelt. Welche technischen Grenzen gelten und wie sich die Eingriffstiefe beurteilen lässt, erläutert der Fachartikel Welche Arbeitstiefe ist bei der Messeregge sinnvoll?.

Messeregge und Frontpacker: Zwei Arbeitsgänge in einer Kombination

Eine Messeregge als Vorwerkzeug lässt sich mit einer Packerwalze verbinden. Die Messer bearbeiten die Oberfläche, während die Walze die nachfolgende Krümelung und Rückverfestigung übernimmt.

Bei Frontpackern sitzt diese Kombination vor dem Traktor. Gleichzeitig kann im Heck beispielsweise eine Sämaschine angebaut sein.

So lassen sich mehrere Arbeitsgänge während einer Überfahrt verbinden. Die tatsächliche Eignung hängt allerdings davon ab, ob der Boden nach der Frontkombination bereits ausreichend vorbereitet ist.

Ein Frontpacker besitzt zudem ein erhebliches Eigengewicht. Bei der Zusammenstellung müssen die zulässigen Achslasten, die Tragfähigkeit der Fronthydraulik und die Gewichtsverteilung des Schleppers beachtet werden.

Kerner bietet den TORON mit verschiedenen Vorwerkzeugen an. Neben der Messeregge sind andere Werkzeuge für unterschiedliche Anforderungen verfügbar.

Fliegl führt ebenfalls eine Messeregge, die als Zubehör für die Profiwalze angeboten wird.

Kann die Messeregge eine Kreiselegge ersetzen?

Eine Kreiselegge besitzt aktiv angetriebene, rotierende Werkzeuge. Sie bearbeitet den Boden nach einem anderen Prinzip als die passiv arbeitende Messeregge.

Daraus ergeben sich unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten.

Eine Kreiselegge kann bei geeigneten Bedingungen eine intensive Saatbettbereitung übernehmen. Die Messeregge ist dagegen hauptsächlich auf die Zerkleinerung vorhandener Schollen und die oberflächennahe Einebnung ausgerichtet.

Ist der Boden bereits ausreichend gelockert, kann eine Messeregge mit Packerwalze für die weitere Vorbereitung genügen. Dann muss nicht zwangsläufig eine aktiv angetriebene Maschine eingesetzt werden.

Auf stark verdichteten oder sehr grobscholligen Flächen reicht die Bearbeitungswirkung möglicherweise nicht aus.

Die Wahl sollte deshalb am notwendigen Bearbeitungsergebnis ausgerichtet werden. Eine Maschine mit stärkerem Werkzeugeingriff ist nicht automatisch die bessere Lösung.

Welche Fehler treten bei der Saatbettbereitung mit der Messeregge auf?

Nicht immer liegt ein unbefriedigendes Arbeitsbild an der Maschine selbst. Häufig passen Einstellung und Bodenzustand nicht zusammen.

Zu tiefer Werkzeugeingriff: Die Messer bewegen mehr Boden als erforderlich. Dadurch können Zugkraftbedarf und Feuchtigkeitsverluste steigen.

Bearbeitung bei zu hoher Bodenfeuchtigkeit: Statt zu zerbrechen, werden die Schollen verformt. Besonders auf tonhaltigen Standorten besteht die Gefahr von Schmierwirkungen.

Ungleichmäßige Maschineneinstellung: Arbeiten die Messer auf einer Seite tiefer als auf der anderen, entstehen unterschiedlich stark bearbeitete Bereiche.

Zu hohe Fahrgeschwindigkeit: Die Maschine kann unruhig laufen, Erde ungleichmäßig verlagern und stärkeren Stoßbelastungen ausgesetzt sein.

Übermäßige Rückverfestigung: Eine schwere Walze kann auf feuchtem Boden mehr Druck ausüben, als für das gewünschte Saatbett günstig ist.

Auch verschlissene oder beschädigte Messer können dazu führen, dass größere Schollen nicht mehr gleichmäßig erfasst werden.

Wie lässt sich das Ergebnis auf dem Feld beurteilen?

Nach den ersten Metern sollte die Fläche hinter der gesamten Maschinenkombination kontrolliert werden. Die Wirkung der Messer allein reicht für eine Beurteilung nicht aus, wenn anschließend noch eine Packerwalze arbeitet.

Eine brauchbare Saatbettkontrolle umfasst fünf Punkte:

  1. Schollen: Sind größere Kluten ausreichend zerkleinert, oder behindern sie weiterhin die spätere Aussaat?
  2. Oberfläche: Ist das Feld gleichmäßig eingeebnet, oder sind noch deutliche Bearbeitungsrillen und Fahrspuren vorhanden?
  3. Bodenstruktur: Zerfällt die Erde in Krümel, oder zeigen sich verschmierte und zusammengedrückte Bereiche?
  4. Rückverfestigung: Ist der Boden ausreichend abgesetzt, ohne dass die Walze ihn unnötig stark verdichtet?
  5. Saatablage: Kann die vorgesehene Sätechnik unter diesen Bedingungen eine gleichmäßige Ablagetiefe erreichen?

Besonders der letzte Punkt entscheidet darüber, ob die Bearbeitung ihren Zweck erfüllt.

Ein optisch feines Saatbett allein garantiert keinen guten Feldaufgang. Stimmen Bodenfeuchtigkeit, Rückverfestigung oder Saatablage nicht, können trotz guter Oberflächenstruktur Probleme bei der Keimung entstehen.

Lohnt sich eine Messeregge zur Saatbettbereitung?

Betriebe mit regelmäßig grobscholligen Flächen können von einer Messeregge profitieren, insbesondere wenn sie bereits einen geeigneten Frontpacker besitzen.

Die Kombination kann größere Schollen vor dem Walzendurchgang zerkleinern und zusätzliche Bearbeitungsgänge ersetzen, sofern das Saatbett danach die Anforderungen der vorgesehenen Kultur erfüllt.

Der Nutzen fällt geringer aus, wenn die vorhandene Technik bereits zuverlässig eine gleichmäßige Oberfläche herstellt.

Vor einer Investition sollte daher geklärt werden, ob tatsächlich die Schollenzerkleinerung der begrenzende Faktor bei der Saatbettbereitung ist.

Eine Messeregge kann eine passende Ergänzung sein. Eine schlechte Grundbodenbearbeitung oder ungünstige Bodenbedingungen lässt sie jedoch nicht verschwinden.

Quellen