Die jüngsten Wetterextreme in Bayern, geprägt durch Hitzewellen und Niederschlagsmangel, verdeutlichen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft. Bayerische Wasserversorger, organisiert im Verband kommunaler Unternehmen (VKU), äußern Bedenken darüber, dass das Thema Grundwasserschutz bei der bevorstehenden Agrarministerkonferenz nicht ausreichend Beachtung findet.
Wasserhaushalt als Schlüssel für die Zukunft
Angesichts der anhaltenden Trockenphasen und sinkenden Grundwasserstände betont der VKU die Bedeutung eines stabilen Landschaftswasserhaushalts. Diese Sichtweise wird durch die zunehmenden Starkregenereignisse unterstrichen, die ebenfalls Herausforderungen für die Landwirtschaft darstellen.
Thomas Lang, Vorsitzender der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ), hebt hervor, dass der ökologische Landbau seit Jahrzehnten einen Beitrag zum Ressourcenschutz leistet. Durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische Düngemittel sowie durch den Aufbau von Humus wird die Bodenfruchtbarkeit verbessert und das Grundwasser geschützt.
Kooperation zwischen Landwirten und Wasserversorgern
Laut VKU und LVÖ arbeiten öffentliche Wasserversorger und Landwirte in Bayern seit langem zusammen, um durch grundwasserschonende Bewirtschaftung eine hohe Wasserqualität zu gewährleisten. Marcus Steurer vom VKU betont, dass sauberes Leitungswasser nicht erst im Wasserwerk beginnt, sondern bereits auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche.
Die Investition in gesunde Böden ist daher auch eine Investition in eine nachhaltige Wasserversorgung. Beide Organisationen fordern von der Agrarpolitik ein stärkeres Engagement für den Schutz von Boden- und Wasserressourcen.
Förderung nachhaltiger Maßnahmen
Die Verbände appellieren an die Entscheidungsträger, Fördermittel gezielt für Maßnahmen einzusetzen, die den Humusaufbau und die Wasserspeicherung fördern. Dazu zählen insbesondere vielfältige Fruchtfolgen mit Pflanzen wie Klee oder Luzernegras.
Politische Instrumente wie das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) bieten laut den Organisationen bereits Ansätze zur Steuerung dieser Prozesse. Die bayerische Staatsregierung und die CSU werden aufgefordert, hier Verantwortung zu übernehmen und entsprechende Weichenstellungen vorzunehmen.
