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EEG-Entwurf bedroht tausende Biogasanlagen: Experten schlagen Alarm

Die Zukunft zahlreicher Biogasanlagen in Deutschland steht auf dem Spiel, da das derzeitige Ausschreibungsvolumen im Entwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) nicht ausreicht, um deren Fortbestand zu sichern. Betroffene Betreiber haben diese Bedenken beim Bundeslandwirtschaftsministerium hervorgehoben.

Herausforderungen für die Biogasbranche

Laut den Fachleuten ist das aktuell im EEG-Entwurf vorgesehene Ausschreibungsvolumen von 4.500 Megawatt bis 2032 unzureichend. Axel Knoerig, Bundestagsabgeordneter der CDU, äußerte in einem Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer die Befürchtung, dass ein erheblicher Teil der etwa 10.000 Biogasanlagen, die bald aus der zwanzigjährigen Förderung fallen, schließen könnte. An diesem Fachgespräch nahmen auch Vertreter aus Knoerigs Wahlkreis Diepholz/Nienburg sowie Uwe Welteke-Fabricius vom Netzwerk Flexperten teil.

Bedeutung der Biogasproduktion

Experten schätzen, dass ein Ausschreibungsvolumen von rund 20 Gigawatt bis 2032 notwendig ist, um eine nachhaltige Perspektive für die Branche zu gewährleisten. Die Anlagen sollen so betrieben werden, dass sie gezielt dann Strom liefern, wenn dieser benötigt wird. Dies könnte nicht nur die Wärmeversorgung und wirtschaftliche Wertschöpfung im ländlichen Raum sichern, sondern auch die Abhängigkeit von fossilen Gasimporten verringern und somit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten.

Anpassung des Fördermodells

Kritisch ist insbesondere die Finanzierung der Flexibilisierungskosten. Während diese bisher hauptsächlich über das EEG und damit den Bundeshaushalt gedeckt werden, schlagen Knoerig und Experten eine alternative Finanzierung vor: Kostenanteile, die nicht direkt mit der Ökostromerzeugung verbunden sind, sollten über die Strom-VKG-Umlage gedeckt werden. Diese Umlage bezieht sich auf das Strom-Versorgungssicherheits-und-Kapazitätengesetz, das den Bau neuer Gaskraftwerke unterstützt. Ein Gutachten der Kanzlei Becker Büttner Held skizziert diesen Vorschlag detailliert.

Zukunftsaussichten und politische Unterstützung

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer zeigte Interesse an einer zukunftssicheren Lösung für die Biogasbranche und plant, das vorgeschlagene Konzept beim federführenden Bundeswirtschaftsministerium zur Prüfung vorzulegen. Laut Knoerig könnte die Strom-VKG-Umlage ein entscheidender Faktor sein, um sowohl Versorgungssicherheit als auch Klimaschutz zu gewährleisten, ohne den Bundeshaushalt zusätzlich zu belasten.