Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft weltweit vor immer größere Herausforderungen. Angesichts extremer Wetterbedingungen wie Hitze, Dürre und Starkregen wird der Anbau von Nutzpflanzen zunehmend unberechenbar. Besonders betroffen sind Länder wie China, die deshalb verstärkt auf geschützte Anbaumethoden setzen.
China setzt auf geschützten Anbau
In China befinden sich mittlerweile 60 % der weltweiten Gewächshauskapazitäten. Diese reichen vom einfachen Folientunnel bis hin zu hochmodernen Systemen mit umfassender Klimakontrolle. Solche Anlagen bieten nicht nur Schutz vor extremen Wetterbedingungen, sondern erhöhen auch die Produktivität erheblich. Eine aktuelle Studie zeigt, dass chinesische Gewächshäuser auf nur 1,4 % der Ackerfläche des Landes etwa 37,2 % der Gemüseproduktion bereitstellen.
Geschützte Anbaumethoden sind nicht nur in Asien gefragt. Der sogenannte „Greenhouse Belt“ erstreckt sich weltweit über Regionen, die sich durch ideale Bedingungen für den Gewächshausanbau auszeichnen. Doch nicht überall ist diese Methode sinnvoll einsetzbar.
Herausforderungen und Chancen für Europa
In Europa könnte der Klimawandel eine Verschiebung der optimalen Standorte für Gewächshäuser nach Norden bewirken. So könnten Regionen wie Nordspanien oder Norditalien künftig attraktiver werden als ihre südlichen Nachbarn. Allerdings bleiben Herausforderungen bestehen: Obwohl Skandinavien in Zukunft frostfreier sein könnte, bleibt dort das Licht im Winter knapp, was den Bedarf an künstlicher Beleuchtung erhöht.
Trotz dieser Herausforderungen bietet die Nutzung erneuerbarer Energien in Verbindung mit fortschrittlicher Wasserkreislauftechnologie und Kühltechnik potenzielle Lösungen. Diese Entwicklungen könnten südliche Standorte weiterhin wettbewerbsfähig halten.
Innovationen in der Gewächshaustechnologie
China geht hier beispielhaft voran: In Regionen wie Shouguang hat sich die Gewächshaustechnologie von einfachen Strukturen zu hochkontrollierten Systemen entwickelt. Bei der Shouguang Vegetable Expo wurden Systeme präsentiert, die Temperatur, Licht, Feuchtigkeit und Düngung digital steuern können. Diese Technologien erlauben eine effiziente Produktion selbst unter extremen klimatischen Bedingungen.
Situation in Deutschland
Im Vergleich dazu ist Deutschlands Gewächshauslandschaft eher bescheiden. Laut Destatis wurden 2025 nur 1.250 Hektar Gemüse unter hohen Schutzabdeckungen angebaut – ein minimaler Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund sind die hohen Energiekosten in Deutschland, die den großflächigen Einsatz von Gewächshäusern wirtschaftlich weniger attraktiv machen.
Dennoch könnten auch deutsche Landwirte von den Entwicklungen profitieren, indem sie auf einfachere Wetterschutzhäuser setzen, um ihre Ernten vor extremen Witterungsbedingungen zu schützen und gleichzeitig Wasser zu sparen.
