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Dürre halbiert Weizenerträge: Britische Landwirte warnen vor Engpässen

Die britische Landwirtschaft sieht sich mit einer schweren Krise konfrontiert, die zu potenziellen Lebensmittelengpässen führen könnte. Eine anhaltende Dürre hat dazu geführt, dass die Weizenerträge auf die Hälfte ihres normalen Niveaus gesunken sind. Der britische Bauernverband fordert daher dringende Maßnahmen von der Regierung, um die landwirtschaftliche Produktion zu stabilisieren.

Ein Drittel der Landwirte in Schwierigkeiten

Laut einer aktuellen Analyse schreibt bereits ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in Großbritannien Verluste oder erreicht gerade einmal die Gewinnschwelle. Tom Bradshaw, Präsident des britischen Bauernverbands, äußerte gegenüber der Zeitung Guardian seine Besorgnis über mögliche Engpässe bei Lebensmitteln. Er betont, dass auch in anderen Ländern, von denen Großbritannien Nahrungsmittel bezieht, klimatische Veränderungen stattfinden. Die Situation sei ernst und könne zu weiteren Versorgungsproblemen führen.

Besonders betroffen sind Getreidearten wie Weizen und Gerste. Das Landwirtschafts- und Gartenbauentwicklungsamt berichtet von erheblichen Einbußen bei den Erträgen. Der ungewöhnlich heiße Sommer führte zur frühesten Ernte seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2006, wobei viele Landwirte im Süden und Osten Englands ihre Ernten deutlich früher als üblich abschließen mussten.

Klimatische Herausforderungen und politische Forderungen

Die klimatischen Bedingungen haben sich drastisch verschlechtert: Im vergangenen Winter hatten Überschwemmungen die Aussaat erschwert, während nun die Dürre für Wassermangel sorgt. In einigen Regionen hat es seit über einem Monat nicht geregnet, was zu weiteren Einschränkungen bei der Bewässerung führt. In England fielen im Juli lediglich acht Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmenge. Dies hat zu einem Schlauchverbot für rund 23 Millionen Menschen in England und Wales geführt.

Zum Schutz der Landwirtschaft fordert der Bauernverband Steuererleichterungen für Landwirte, damit diese in Wasserspeichersysteme investieren können. Diese Maßnahme wird als dringend notwendig erachtet, um die Resilienz gegen zukünftige Dürreperioden zu erhöhen.

Langfristige Perspektiven für die Landwirtschaft

Gavin Lane von der Country, Land and Business Association warnt davor, dass ohne Unterstützung viele Landwirte möglicherweise ihre letzte Ernte einfahren könnten. Obwohl Landwirte in der Vergangenheit immer wieder Lösungen gefunden haben, stößt ihre Anpassungsfähigkeit an ihre Grenzen. Die Streichung von EU-Subventionen zusammen mit den extremen Wetterbedingungen durch die Klimakrise macht die Landwirtschaft zunehmend unrentabel.

Um langfristig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die finanzielle Stabilität der Betriebe zu sichern, müssen laut Experten sowohl kurzfristige Hilfsmaßnahmen als auch langfristige Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt werden.