Die anhaltende Dürre hat in den letzten Wochen zu einem deutlichen Anstieg der Kartoffelpreise geführt. Vor allem Industriekartoffeln sind von dieser Entwicklung betroffen. In den Niederlanden und Belgien sowie in Deutschland haben die Preise für diese Kartoffeln einen erheblichen Sprung gemacht, wie aktuelle Berichte zeigen. Die Verarbeiter bemühen sich, die verbleibenden Bestände aus der alten Ernte aufzukaufen, während die Preise für die neue Ernte deutlich höher angesetzt werden.
Preissteigerungen bei Industriekartoffeln
Laut den Angaben von PotatoNL liegt der aktuelle Richtpreis für Industriekartoffeln der Kategorie 1 zwischen 2 und 15 Euro pro 100 Kilogramm. Dies bedeutet eine Preiserhöhung von bis zu 13 Euro im Vergleich zur Vorwoche. Auch Kartoffeln der Kategorie 2, die bevorzugt für die Herstellung von Pommes frites aus frischer Ware genutzt werden, verzeichnen einen ähnlichen Preisanstieg und bewegen sich nun in einer Preisspanne von 5 bis 18 Euro pro 100 Kilogramm. Die Sorten, die speziell für Fast-Food-Pommes genutzt werden, wie beispielsweise Innovator, sind derzeit mit Preisen zwischen 8 und 15 Euro pro 100 Kilogramm notiert.
Die Preisunterschiede innerhalb der Kategorien sind auffallend groß. Dies wird auf erhebliche Qualitätsunterschiede bei den noch eingelagerten Kartoffelpartien zurückgeführt. Diverse Händler berichten zudem von stark variierenden Transaktionspreisen im Laufe der vergangenen Woche.
Interesse an alter Ernte steigt
Kartoffelhändler beobachten ein wachsendes Interesse an Kartoffeln aus der alten Ernte. Der Mangel an Niederschlägen und die hohen Temperaturen haben das Wachstum neuer Frühkartoffelsorten erheblich gebremst. Diese Umstände lassen vermuten, dass der Übergang zur neuen Ernte herausfordernd sein wird.
Besonders betroffen ist die Sorte Innovator auf den Feldern, deren Zustand sich rapide verschlechtert. Im Gegensatz dazu hält sich die Sorte Fontane noch einigermaßen gut. Aufgrund regionaler Unterschiede sind auch die Schäden durch Hitze und Trockenheit nicht einheitlich verteilt – besonders im Süden der Niederlande sind diese gravierender als im Norden.
Ernterückgänge in Nordwesteuropa
Das Institut Viaverda hat kürzlich berichtet, dass bei frühen und mittelfrühen Speisekartoffeln in Belgien ein Rückgang der Erträge um bis zu 30 Prozent gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt verzeichnet wurde. Diese Einbußen spiegeln sich auch im Markt wider, wo das Interesse der Verarbeitungsindustrie und Händler an den bestehenden Beständen zunimmt.
Die schwierigen Bedingungen auf den Feldern sowie die Unterschiede zwischen bewässerten und nicht bewässerten Flächen tragen zusätzlich zu den Herausforderungen bei. Die Marktteilnehmer scheinen diese Entwicklungen bereits einzupreisen.
