Die Rapspreise haben kürzlich die Marke von 560 Euro pro Tonne überschritten, was den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren markiert. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die steigenden Ölpreise und die verschärfte politische Lage zwischen der Ukraine und Russland beeinflusst. Trotz einer intensiven Hitzewelle ist die Rapsernte in der EU aufgrund einer Ausweitung der Anbaufläche nicht unerheblich ausgefallen.
Einfluss geopolitischer Spannungen auf die Preise
Laut Berichten hat der jüngste Anstieg der Rapspreise auch mit den anhaltenden Konflikten zwischen Russland und der Ukraine zu tun, die die Exportkapazitäten beider Länder langfristig beeinträchtigen könnten. In den letzten Tagen wurden Berichten zufolge Sonnenblumenöllager von russischen Streitkräften zerstört, was ebenfalls zu Preissteigerungen beigetragen hat. Zusätzlich haben erneute Feindseligkeiten in der Straße von Hormus, an denen auch der Iran beteiligt ist, die Rohölpreise in die Höhe getrieben.
Die Euronext verzeichnete bereits am Montag einen erheblichen Preisanstieg bei Raps, welcher sich am Dienstag fortsetzte. Für den Augustkontrakt 2026 stieg der Preis um 4 Euro auf 561 Euro je Tonne, während der Dezemberkontrakt um 2,50 Euro auf 561,50 Euro je Tonne zulegte.
Starke Ernteergebnisse trotz Herausforderungen
In Deutschland hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) seine Ernteschätzung für Raps zwar leicht nach unten korrigiert, bleibt jedoch mit 4 Millionen Tonnen auf einem Niveau mit dem Vorjahr und dem Fünfjahresdurchschnitt. Auch Frankreich erwartet eine stabile Winterrapsernte von etwa 4,65 Millionen Tonnen, unterstützt durch eine um 12 % gestiegene Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr.
Trotz dieser positiven Ernteprognosen könnten hohe Verarbeitungsmargen und eine robuste Nachfrage nach Biodiesel sowie eingeschränkte Exporte aus Kanada und Australien zu einem angespannten Rapsmarkt im Wirtschaftsjahr 2026/27 führen.
Anhaltend hohe Nachfrage treibt Preise
Der europäische Rapsanbau profitiert von hohen Preisen und einer starken Nachfrage nach Biokraftstoffen und Speiseölen. Die EU könnte im Wirtschaftsjahr 2026/27 eine Rekordernte von rund 20,97 Millionen Tonnen erzielen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr dank günstiger Bedingungen in wichtigen Anbauregionen.
Kombiniert mit steigenden Anfangsbeständen könnte dies das verfügbare Angebot zu Saisonbeginn erheblich erhöhen. Dennoch bleibt das Marktumfeld aufgrund internationaler Entwicklungen volatil.
Globale Produktionsherausforderungen
Trotz positiver Aussichten in Europa sind weltweit einige Herausforderungen zu verzeichnen. In Kanada wird ein Rückgang der Rapsproduktion auf etwa 21,4 Millionen Tonnen erwartet. Gleichzeitig steigt dort die Nachfrage nach Raps für Biodiesel um bis zu 11 %, was das Exportangebot einschränken dürfte.
In Australien sind wetterbedingte Risiken durch El Niño ein Unsicherheitsfaktor für die erwartete Produktion von rund 17,6 Millionen Tonnen. Weltweit werden daher trotz europäischer Rekordernten begrenzte exportierbare Überschüsse erwartet.
Zunehmende Produktion und starker Nachfragedruck
Laut Analysten könnte die globale Rapsproduktion im Wirtschaftsjahr 2026/27 über 86 Millionen Tonnen erreichen – ein neuer Rekordwert dank erweiterter Anbauflächen und günstiger Wetterbedingungen. Doch absorbiert die starke Nachfrage nach Biokraftstoffen und Speiseöl einen Großteil dieser zusätzlichen Mengen.
Sowohl in Europa als auch in Ostasien tragen wechselhafte Wetterbedingungen zur allgemeinen Stabilität bei, wobei Trockenperioden und Niederschläge regional unterschiedliche Auswirkungen haben. Insgesamt bleibt das weltweite Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage angespannt.
