Der europäische Traktorenhersteller Zetor hat angekündigt, seine Produktion nach Asien zu verlagern. Dies geschieht nach fast 80 Jahren Herstellung am tschechischen Hauptsitz. Als Grund für diesen Schritt werden die steigenden Produktionskosten in Europa genannt, die besonders durch hohe Energiepreise verursacht werden.
Kostenvorteile in Asien
In Ländern wie China und Indien sind die Produktionskosten um 30 bis 35 % niedriger als in Europa. Diese Wettbewerbsfähigkeit hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ihre Fertigung dorthin zu verlagern, was auch Zetor betroffen hat. Der Traktorenhersteller plant nun, seine Produktion in einem bereits bestehenden Joint Venture in Indien fortzusetzen und sucht darüber hinaus nach einem geeigneten Partner in China.
Zetors Betriebsdirektor Robert Harman betonte, dass unter den aktuellen Bedingungen die Herstellung kleiner und mittelgroßer Traktoren in Europa wirtschaftlich nicht mehr tragfähig sei. Die EU-Industrie stehe im Vergleich zu den USA und China unter erhöhtem Kostendruck.
Strategische Anpassungen
Trotz der Verlagerung bleibt die Unternehmenszentrale mit den Abteilungen für Service, Logistik, Vertrieb und Marketing in Tschechien bestehen. Der aktuelle Produktionsplan soll laut Unternehmensangaben von dieser Umstellung unberührt bleiben.
Im letzten Jahr verkaufte Zetor rund 1.500 Traktoren. Die Entscheidung zur Verlagerung kommt auch vor dem Hintergrund, dass viele Zulieferer ihre Produktionsstätten ebenfalls nach Asien verlegt haben, was zusätzliche Importkosten für Zetor verursachte.
Langfristige Perspektiven
Zetor sieht in der Verlagerung seiner Produktion eine Möglichkeit, wettbewerbsfähiger zu werden und gleichzeitig auf langfristige Partnerschaften in Asien zu setzen. Der Fokus auf kostengünstigere Standorte könnte dem Unternehmen helfen, seine Marktposition zu stärken und sich besser gegen globale Mitbewerber zu behaupten.
