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Schweinehalter in Not: Millionenverluste trotz Grillsaison

Die wirtschaftliche Lage der deutschen Schweinehalter hat sich in den letzten Monaten weiter verschärft. Nach aktuellen Auswertungen des sogenannten Schweine-Radars sind die Notierungen für Ferkel und Mastschweine stark unter Druck geraten. Anfang Juli betrug der Preis für Mastschweine lediglich 1,50 € pro Kilogramm Schlachtgewicht, was dem Niveau vom Januar entspricht. Auch die Ferkelpreise, die Ende Juni im Nordwesten bei 40 € für ein 25 kg schweres Ferkel lagen, haben weiter nachgegeben.

Schwierige Marktbedingungen

Die gegenwärtige Kalkulation des Schweine-Radars verdeutlicht die Herausforderungen: Sauenhalter verzeichnen über das Jahr hinweg Verluste von über 400 € pro Sau. Für Mäster sieht es ebenfalls düster aus, sie erleiden mitten in der Grillsaison Verluste von mehr als 20 € je Tier. Diese Zahlen unterstreichen die schwierigen Marktbedingungen, die derzeit herrschen.

Die Produktion eines Mastschweins erfordert Vollkosten von etwa 160 €, was eine Schlachtnotierung von mindestens 1,71 € je Kilogramm Schlachtgewicht notwendig macht, um kostendeckend zu arbeiten. Dennoch liegen die aktuellen Preise deutlich darunter, was kontinuierliche Verluste zur Folge hat.

Investitionsmangel und Liquiditätsprobleme

Tobias Göckeritz vom Landvolk Mittelweser, der das Schweine-Radar entwickelt hat, betont, dass viele Landwirte nur noch von der Abschreibung für Abnutzung (AfA) leben können und kaum in neue Ställe investieren. Er warnt davor, dass ohne erhebliche Investitionen ein Fortbestand der Betriebe nicht möglich sei und erwartet einen möglichen Einbruch in der deutschen Schweineproduktion.

Zudem gibt Göckeritz an, dass sich die Liquiditätssituation auf vielen Höfen weiter verschlechtert hat. Die wirtschaftlichen Probleme werden durch teilabgeschriebene Ställe noch verstärkt, was den finanziellen Druck auf die Betriebe erhöht.

Dramatische Verluste in der Branche

Seit Beginn des Jahres hat die Branche laut Berechnungen des Schweine-Radars Verluste von über 400 Millionen Euro hinnehmen müssen. Jede Woche kommen weitere 20 Millionen Euro dazu. Diese tiefroten Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit einer Verbesserung der Marktbedingungen.

Weitere Details und umfassende Analysen sind auf der Webseite des Landvolks Mittelweser unter www.landvolk-mittelweser.de/schweine-radar verfügbar. Das Schweine-Radar bietet eine detaillierte Umrechnung aktueller Notierungen in Ergebnisse je Tier und soll den Schweinehaltern als Orientierungshilfe dienen, ihre wirtschaftliche Situation besser einzuschätzen.