In den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg zeigt sich eine interessante Entwicklung im Bereich der Schweinehaltung. Während die Anzahl der Mastschweine zurückgeht, nimmt die Zahl der Zuchtsauen zu. Aktuelle Erhebungen der Statistikämter vom 3. Mai 2026 liefern dazu aufschlussreiche Zahlen.
Entwicklung in Bayern
Laut den vorläufigen Daten gibt es in Bayern etwa 3.290 Betriebe mit einer Mindestanzahl von 50 Schweinen oder 10 Zuchtsauen, was eine leichte Zunahme von 0,5 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Dies bedeutet rund 20 zusätzliche Betriebe. Der Trend zu größeren Betrieben hält an: Die durchschnittliche Bestandsgröße ist seit Mai 2025 von 744 auf 775 Tiere pro Betrieb gestiegen, während sie im Jahr 2016 noch bei durchschnittlich 624 Tieren lag.
Insgesamt werden in Bayern nun 2.545.700 Schweine gehalten, was einem Anstieg von 4,6 % oder 112.600 Tieren im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bemerkenswert ist der Rückgang bei den Mastschweinen um 3,2 %, das entspricht 37.500 Tieren, auf nunmehr 1.150.300 Tiere. Im Gegensatz dazu stieg die Zahl der Zuchtsauen um 7,4 %, was einem Zuwachs von 11.700 Sauen auf insgesamt 169.500 Tiere gleichkommt.
Situation in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg verzeichnete hingegen keine Veränderung bei der Gesamtzahl der Schweine, die konstant bei 1,24 Millionen Tieren blieb. Allerdings gab es Verschiebungen innerhalb der Kategorien: Die Anzahl der Zuchtsauen nahm leicht um 1,5 % zu und erreichte damit 98.700 Tiere. Gleichzeitig sank die Anzahl der Mastschweine um 2 %, was einen Rückgang auf 486.200 Tiere bedeutet.
Trotz des gestiegenen Ferkel- und Jungschweinbestands um 2 %, was einer Anzahl von insgesamt 654.300 Tieren entspricht, setzt sich der negative Trend bei den Betrieben fort: Die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung nahm um deutliche 5,7 %, auf nur noch 1.400 Betriebe, ab.
Kritische Betrachtung und Ausblick
Trotz stabiler oder gar steigender Bestände in beiden Bundesländern sind diese Entwicklungen nicht ohne Herausforderungen: Vor allem die Abnahme an Mastschweinen könnte für Probleme in der Fleischproduktion sorgen, während die kontinuierliche Reduktion an Betrieben in Baden-Württemberg eine weitere Konsolidierung des Marktes andeutet.
Zukunftsorientierte Strategien könnten erforderlich sein, um diese Trends nachhaltig zu gestalten und langfristig positive Effekte zu erzielen – sowohl für die landwirtschaftlichen Betriebe als auch für die gesamte Agrarwirtschaft in Deutschland.
