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Hitzewelle in Europa treibt Getreidepreise auf Rekordniveau

Die anhaltende Hitzewelle in Europa sorgt für zunehmende Besorgnis hinsichtlich der Erntequalität und der Erträge auf dem Kontinent. Besonders in Deutschland und Frankreich verschärfen sich die Bedingungen, da Temperaturen von fast 40 °C erreicht werden. Gleichzeitig steigen die Getreidepreise, was die Lage für Landwirte zusätzlich erschwert.

Hohe Temperaturen bedrohen Ernteerträge

Die große Hitze betrifft besonders den Mais- und Sonnenblumenanbau, da diese Kulturen in einer entscheidenden Blütephase stehen. Deutschland und Polen sind stark betroffen, aber auch andere europäische Länder spüren die Auswirkungen. Für das Vereinigte Königreich werden am Freitag Temperaturen von über 35 °C erwartet, während Deutschland und Polen am Wochenende mit Höchstwerten bis zu 40 °C rechnen müssen.

In Frankreich hat die Hitze bereits neue Rekorde aufgestellt, was zur höchsten Warnstufe in mehreren Départements führte. Die Auswirkungen sind besonders stark bei den Winterkulturen in spät reifenden Gebieten sowie bei den Sommerkulturen zu spüren.

Anstieg der Getreidepreise

Die Euronext verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Getreidepreise. Der Preis für die neue Ernte stieg beim November 2026-Kontrakt auf über 220 Euro pro Tonne. Auch die Preise für ältere Ernten erholen sich und erreichen Werte ähnlich denen von Ende Mai.

Weizen- und Gerstenpreise sind ebenfalls im Aufwärtstrend, wobei die Weizennotierungen für September 2026 wieder über 209 Euro pro Tonne gestiegen sind. Hierbei spielt auch die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar eine Rolle, da der Wechselkurs unter 1,14 fiel – der niedrigste Stand seit über einem Jahr.

Rückgang der Rapspreise trotz Erntebeginn

Trotz Beginn der Rapsernte in Frankreich enttäuschen die Ergebnisse in einigen Regionen. Am Mittwoch stiegen die Preise zwar zunächst über 520 €/t an, fielen jedoch bis zum Tagesende wieder ab. Am Donnerstag setzten sie diese Talfahrt fort und erreichten lediglich 512 Euro je Tonne.

Der Rückgang wird durch den sinkenden Canola-Preis beeinflusst, wobei der November 2026-Kontrakt in Winnipeg weiterhin über 740 CAD/t bleibt. Der Preisverfall bei Sojabohnen aufgrund günstiger Wetterbedingungen in den USA belastet zusätzlich.

Blick auf globale Märkte

Trotz des Drucks durch enttäuschende Erntemengen in den USA stabilisieren sich dortige Weizenpreise langsam. Der Septemberkontrakt notierte bei 597 US-Cent je Bushel, während hohe Erträge aus Russland und der Ukraine helfen, etwaige Dürreschäden auszugleichen.

Zudem wird erwartet, dass Brasilien seine Anbaufläche auf einen neuen Rekord von 49,006 Millionen Hektar ausweitet – ein Anstieg um 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklungen beeinflussen den Handel weltweit und geben Anlass zur Beobachtung durch Händler.