Anzeige
 

Steigende Rohölpreise treiben Getreidewerte im Juni in die Höhe

Im Mai verzeichneten die Getreidepreise einen deutlichen Rückgang, was vor allem auf die fallenden Rohölpreise zurückzuführen war. Doch Anfang Juni zeigen sich Anzeichen einer Erholung, da die Rohölpreise wieder zulegen. Diese Entwicklung könnte für neue Dynamik auf den Agrarmärkten sorgen.

Getreidepreise im Auf und Ab

Besonders betroffen vom Preisverfall war der Weizen-Terminkontrakt für September 2026 an der Euronext, der um 2,75 Euro pro Tonne fiel und mit 207,50 Euro je Tonne den tiefsten Stand seit dem 8. Mai erreichte. Am Hamburger Exporthafen wird Weizen der neuen Ernte derzeit für 216 Euro je Tonne gehandelt, während Futtergerste zwischen 196 und 199 Euro je Tonne liegt.

Die US-Weizenpreise legten im vorbörslichen Handel leicht zu, was auch positive Impulse für den europäischen Markt erwarten lässt. Die Hitzewelle in Europa – insbesondere in Frankreich – könnte als weiterer Faktor die Preise stützen, während die Ernteprognosen der EU-Kommission für das Jahr 2026 nach unten korrigiert wurden.

Ernteprognosen in Europa und Russland

Die Europäische Kommission hat ihre Prognose für die Weizenernte auf 126,9 Millionen Tonnen gesenkt. Auch bei Gerste und Mais wurden die Schätzungen leicht nach unten angepasst. Im Gegensatz dazu wurde die Produktion von Ölsaaten wie Raps und Sonnenblumen erhöht.

In Frankreich berichtete FranceAgriMer von einem leichten Rückgang der Qualitätseinschätzung der Weichweizenernte auf nun 78 Prozent in gutem bis ausgezeichnetem Zustand. Trotz der Hitzewelle in Westeuropa könnten günstige Bedingungen in der Schwarzmeerregion sowie ein Erntedruck in den USA diese Auswirkungen abfedern.

Maispreise unter Druck

An der Euronext fielen die Maispreise für den Junitermin deutlich, wobei Positionsauflösungen eine entscheidende Rolle spielten. Hoffnung auf eine Erholung gibt es durch eine leichte Preissteigerung bei US-Mais.

Mögliche geopolitische Entwicklungen könnten ebenfalls Einfluss haben: Ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran könnte Lieferketten stabilisieren und sich positiv auf die weltweite Maisproduktion auswirken. Dennoch sind die Fortschritte bei den Verhandlungen bislang gering.

Raps- und Sojapreise behaupten sich

Der August-Termin des Euronext-Rapskontrakts fiel um 2,50 Euro pro Tonne auf 524,50 Euro. Der allgemeine Preisdruck wurde durch eine knappe Versorgungslage im Pflanzenölsektor etwas gemildert.

Sojabohnen verzeichnen mit steigenden Ölpreisen Aufwärtstendenzen, unterstützt durch Prognosen des USDA zur robusten weltweiten Nachfrage. Der erste Ausblick für die Saison 2026/27 zeigt eine angespannte Versorgungssituation in den USA mit geschätzten Vorräten von 120,7 Millionen Tonnen.

Trotz hoher globaler Produktionsprognosen dürfte der Verbrauch hoch bleiben und mögliche Angebotsüberschüsse abfedern. In Südamerika nähert sich die brasilianische Sojaernte ihrem Abschluss mit erwarteten Rekordzahlen bei Produktion und Exporten.