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Gute Ernteaussichten in Deutschland trotz Trockenheit und Frost

Die Wetterbedingungen für Europas Landwirtschaft sind weiterhin durchwachsen. Die Europäische Kommission hat in ihrem Bericht vom 18. Mai hervorgehoben, dass Trockenheit und Spätfröste zunehmend problematisch werden. Diese Faktoren beeinträchtigen insbesondere die Entwicklung der Bodenfeuchtigkeit und gefährden die Erträge in mehreren Regionen des Kontinents.

Wetterextreme beeinflussen Anbaubedingungen

In Mittel- und Nordeuropa, darunter Nord- und Ostdeutschland sowie Österreich und Tschechien, haben wiederkehrende Kälteperioden das Wachstum der Winterkulturen verzögert. Trotz dieser Herausforderungen konnten die Pflanzen in den letzten Wochen an Biomasse zulegen, was zu einer leichten Anpassung der Ertragsprognosen führte. Diese liegen dennoch im Bereich des Vorjahres oder leicht über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Bodenfeuchtigkeit als kritischer Faktor

Landwirte äußern besondere Besorgnis über die sinkende Bodenfeuchtigkeit. Die anhaltende Trockenheit seit dem Frühjahr hat die Wasserreserven insbesondere in Süddeutschland, Österreich und Tschechien erheblich reduziert. Auch in Polen, Schweden und der Ukraine verschärfen Niederschlagsdefizite die Lage, was Winterkulturen unter Druck setzt.

Spätfröste bedrohen Rapsbestände

Ende April und Anfang Mai haben Spätfröste in Teilen von Polen, Tschechien und Litauen Rapsbestände während der Blütephase stark getroffen. Dies führte dazu, dass die Ertragserwartungen unter den Fünfjahresdurchschnitt fielen. Auch Ungarn sowie Teile der Slowakei und Rumäniens meldeten Frostschäden.

Deutsche Ernteaussichten trotz Trockenheit positiv

Trotz trockener Böden zeigt sich Deutschland mit soliden Ernteerwartungen für Weizen und Gerste. Die EU-Kommission prognostiziert einen Weizenertrag von 7,68 t/ha, eine leichte Erhöhung gegenüber dem Vormonat und etwa 3 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Für Gerste bleibt die Prognose stabil bei 7,05 t/ha.

Körnermais könnte unter Niederschlagsmangel leiden

Die Aussaat von Körnermais in Deutschland ist nahezu abgeschlossen. Doch könnte ein Mangel an Regen in südlichen Regionen das Auflaufen beeinträchtigen. Der erwartete Ertrag liegt bei 9,77 t/ha — ein Rückgang von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Raps und Zuckerrüben mit stabilen Prognosen

Raps zeigt positive Entwicklungen mit einem erwarteten Ertrag von 3,70 t/ha — rund 3 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt. Die Zuckerrübenaussaat ist fast beendet; die Erträge dürften das Niveau des Vorjahres erreichen.

Kühle Witterung verzögert Aussaat in Südosteuropa

Anders sieht es in Südosteuropa aus: Kühle und nasse Bedingungen behindern hier die Frühjahrsaussaat von Mais und Sonnenblumen in Ländern wie Rumänien und Bulgarien. Hingegen profitieren Marokko und Algerien von überdurchschnittlichem Regenfall, was dort zu hohen Ertragserwartungen führt.