Die landwirtschaftliche Landschaft in Deutschland zeigt für das Jahr 2026 eine bemerkenswerte Entwicklung im Getreideanbau. Nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wird die Getreidefläche auf rund 6,03 Millionen Hektar ansteigen, was einem Zuwachs von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Bereits im Jahr 2025 hatte sich ein Aufwärtstrend abgezeichnet, nachdem 2024 ein Rückgang zu verzeichnen war.
Wintergetreide dominiert den Anbau
Der Großteil der Getreideanbaufläche entfällt weiterhin auf das Wintergetreide. Winterweizen und Dinkel bleiben mit einer Fläche von 2,9 Millionen Hektar die wichtigsten Kulturen. Dies bedeutet einen Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber 2025. Auch andere Wintergetreidesorten wie Gerste, Roggen und Triticale verzeichnen Flächenzuwächse, insgesamt wächst die Anbaufläche für Wintergetreide um 2,3 Prozent auf nahezu 5 Millionen Hektar.
Sommergetreide bleibt stabil
Die Anbauflächen für Sommergetreide zeigen hingegen kaum Veränderungen und bleiben bei etwa 1,03 Millionen Hektar. Innerhalb dieser Kategorie kann Körnermais zulegen und erreicht rund 506.000 Hektar, was einem Wachstum von 3,3 Prozent entspricht. Sommerweizen und Hafer verzeichnen ebenfalls leichte Zuwächse. Ein Rückgang ist hingegen bei der Sommergerste zu beobachten, deren Fläche um 8,2 Prozent auf 287.100 Hektar schrumpft.
Kartoffeln und Zuckerrüben unter Druck
Einen deutlichen Rückgang erleben Kartoffeln und Zuckerrüben. Die Kartoffelanbaufläche sinkt um 7,1 Prozent, was auf einen hohen Marktdruck durch ein Überangebot zurückzuführen ist. Alte Ernten sind schwer abzusetzen und neue Frühkartoffeln drängen bereits auf den Markt. Auch die Zuckerrübenfläche wird um 12,6 Prozent, entsprechend 48.700 Hektar, reduziert. Diese Entscheidung der Anbauer folgt den schwachen Marktbedingungen.
Zunahme bei Hülsenfrüchten und Soja
Trotz ihrer geringen Gesamtbedeutung nehmen Hülsenfrüchte an Fläche zu: Erbsen steigen um 6,6 Prozent, Ackerbohnen um 5,9 Prozent. Besonders stark wächst der Sojaanbau mit einem Plus von nahezu 17,8 Prozent. Laut Martin Miersch vom Deutschen Sojaförderring wird Soja zunehmend als wirtschaftlich attraktive Kultur wahrgenommen.
Düngerkosten beeinflussen Anbaustrategien
Neben dem Marktdruck bei Rüben spielen externe Faktoren wie steigende Düngerpreise eine Rolle beim Wechsel zu alternativen Kulturen wie Soja. Miersch vermutet zudem geopolitische Einflüsse durch Konflikte im Nahen Osten als weitere Gründe für die Veränderungen in den Anbaustrategien der Landwirte.
