Ab dem 3. September sieht sich Brasilien mit einem potenziellen Handelsverbot konfrontiert, das seine Exporte von tierischen Produkten in die Europäische Union betrifft. Der Hintergrund dieser Maßnahme ist das Fehlen erforderlicher Nachweise zur Verwendung von Antibiotika, was insbesondere Rindfleisch, Geflügel und Honig betrifft.
EU zieht Konsequenzen bei Antibiotika-Nachweisen
Laut einem Bericht von Euronews hat ein Ausschuss der Europäischen Union, bestehend aus Experten der Mitgliedsstaaten, beschlossen, die Einfuhr bestimmter brasilianischer Fleischprodukte zu unterbinden. Die Entscheidung basiert auf Bedenken hinsichtlich des Einsatzes antimikrobieller Mittel zur Wachstumsförderung bei Nutztieren. Ohne die notwendigen Nachweise sieht sich Brasilien nun von der Möglichkeit ausgeschlossen, diese Produkte in die EU zu exportieren.
Bedeutung für den Mercosur-Handel
Diese Beschränkung tritt kurz nach der vorläufigen Anwendung des Handelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur in Kraft. Trotz dieses Abkommens betont die Europäische Kommission, dass europäische Standards für Lebensmittelsicherheit weiterhin gelten müssen. Sollten die brasilianischen Exporteure die Standards erfüllen, könnte Brasilien wieder Zollerleichterungen erhalten.
Reaktionen aus Österreich
Der Österreichische Bauernbund begrüßt diesen Schritt als ein klares Signal für faire Wettbewerbsbedingungen und Lebensmittelsicherheit im europäischen Markt. Georg Strasser vom Bauernbund betont, dass gleiche Produktionsstandards zwingend erforderlich seien, um gleiche Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.
Keine Ausnahmen bei Importstandards
Der Fall zeigt laut dem Bauernbund die Notwendigkeit strikter Kontrollen bei Importen aus Drittstaaten. Europäische Landwirte erfüllen hohe Anforderungen hinsichtlich Tierhaltung und Lebensmittelsicherheit, weshalb diese auch für importierte Produkte gelten sollten. Im Kontext des Mercosur-Abkommens sei ein umfassendes Kontroll- und Dokumentationssystem unerlässlich.
