Anzeige
 

Österreichische Geflügelwirtschaft kritisiert SPAR wegen Eier-Kennzeichnung

Die österreichische Geflügelwirtschaft steht derzeit unter Druck, nachdem Vorwürfe über irreführende Kennzeichnungen von Import-Eiern im Raum stehen. Die Supermarktkette SPAR soll auf Verpackungen von Bodenhaltungseiern Hühner in einer Freilandumgebung abgebildet haben, was laut der Geflügelwirtschaft Österreich (GWÖ) bei den Verbrauchern zu Missverständnissen führen könnte.

Untersuchung durch foodwatch löst Diskussion aus

Ein Bericht von foodwatch hat die Diskussion ins Rollen gebracht. Das Wiener Marktamt bestätigte inzwischen die Möglichkeit einer Täuschung und kündigte an, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Eine akkreditierte Prüfstelle stellte zudem fest, dass die Verpackungsgestaltung möglicherweise im Widerspruch zu den Kennzeichnungsvorschriften steht.

Vertrauen in heimische Systeme gefordert

Günther Wenninger, Obmann der GWÖ, hebt die Wichtigkeit klarer Bildsprache hervor. Er betont, dass Unsicherheit entsteht, wenn Verpackungen nicht mit dem tatsächlichen Inhalt übereinstimmen. Die österreichischen Kontrollsysteme für Eier seien streng und ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Produkte bis zum Stall.

Laut GWÖ werden Eier mit dem AMA-Gütesiegel direkt im Vorraum des Stalles markiert. Sämtliche Bewegungen werden in einer nationalen Datenbank dokumentiert und automatisiert überwacht.

Import-Eier erhöhen Preisdruck

Der zunehmende Import von Eiern verursacht der Branche zusätzliche Sorgen. Unterschiedliche Verpackungsdesigns und ungewohnte Kennzeichnungselemente könnten Verbraucher verwirren. Heinz Schlögl, stellvertretender Obmann der GWÖ, fordert daher eine rasche und transparente Klärung des Sachverhalts.

Österreichische Eierproduzenten haben viel in Tierwohl und Rückverfolgbarkeit investiert. Im Ausland sind Produktionsstrukturen oft größer und kostengünstiger, was den Preisdruck erhöht. Dennoch sieht die Branche derzeit keine Versorgungsengpässe; Österreich produziert jährlich rund 2,3 Milliarden Eier.

Kennzeichnungspflichten bei verarbeiteten Produkten gefordert

Die GWÖ kritisiert auch das Fehlen verbindlicher Kennzeichnungsvorschriften für verarbeitete Lebensmittel wie Backwaren oder Teigwaren, in denen weiterhin nicht deklarierte Käfigeier verwendet werden dürfen.

Ein weiterer Fall in Wien zeigt den Handlungsbedarf: 75.000 ungekennzeichnete Eier wurden beanstandet, die vermutlich aus der Ukraine stammen. Schlögl betont abschließend die Notwendigkeit für klare Übereinstimmung zwischen Verpackung und Inhalt bei Eierkäufen.