Russland fährt fort, Getreide aus den besetzten Gebieten der Ukraine zu exportieren, was international für Kontroversen sorgt. Nachdem Israel zuvor in den Fokus geraten war, steht nun Ägypten unter besonderem Druck. Laut Berichten des ukrainischen Außenministeriums sind seit April vier russische Schiffe mit solchem Getreide in ägyptischen Häfen eingetroffen.
Ägypten gerät in die Kritik
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Israel bereits beschuldigt, bewusst gestohlenes Getreide von Russland erworben zu haben. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf Ägypten. Der ukrainische Außenminister Andriy Sybiha betonte am 5. Mai, dass die ukrainischen Behörden alle notwendigen Informationen an das ägyptische Justizministerium übermittelt hätten, um rechtliche Schritte gegen die fragliche Fracht einzuleiten.
Rechtliche und diplomatische Spannungen
Trotz dieser Hinweise entlud Ägypten eine Lieferung von 26.900 Tonnen Getreide. Sybiha forderte Ägypten eindringlich auf, das Völkerrecht zu respektieren und die Prinzipien der bilateralen Beziehungen zu wahren. Er machte deutlich, dass der Kauf von gestohlenem Gut keine legitime Handelsaktivität darstelle und lediglich zur Eskalation der Konflikte beitrage.
Zwiespalt zwischen Ankündigung und Handlung
Nach Angaben der Ukraine hatte Präsident Abdel Fattah al-Sisi Anfang April in einem Telefonat mit Selenskyj zugesichert, dass Ägypten kein Getreide aus den besetzten Gebieten kaufen würde. Vielmehr sei das Land daran interessiert, seine regulären Importe aus der Ukraine zu verstärken. Die aktuellen Entwicklungen werfen jedoch Fragen zur tatsächlichen Umsetzung dieser Zusage auf.
