Am europäischen Terminmarkt erleben die Weizenpreise derzeit einen deutlichen Rückgang. Ein Hauptfaktor hierfür sind die stark gesunkenen Ölpreise, die auch die Preise für Getreide und Ölsaaten beeinflussen. Zusätzlich tragen Wettervorhersagen in den USA, die Regen für trockene Weizenanbaugebiete ankündigen, zu dieser Entwicklung bei.
Sinkende Weizenpreise in Europa und den USA
Der Preis für den auslaufenden Maitermin fiel um 6 Euro auf 283,25 Euro je Tonne, während die Septemberernte um 4,25 Euro auf 206,75 Euro je Tonne sank. Diese Zahlen nähern sich den Tiefstständen vom Februar des Vorjahres an. In den USA verzeichneten die Weizenpreise ebenfalls einen Rückgang um 3 % auf 597 US-Cent pro Bushel. Dieser Rückgang entfernt sich deutlich von dem fast zweijährigen Höchststand von 650 US-Cent, der am 28. April erreicht wurde.
Ölpreise und geopolitische Entwicklungen
Die WTI-Rohöl-Futures fielen bis Mittwochmittag um mehr als 13 % auf unter 89 US-Dollar pro Barrel, was den Abwärtstrend von 3,9 % am Vortag fortsetzte. Auslöser waren Berichte über mögliche Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts. Trotz dieser Entspannung bleiben die gestiegenen Energiekosten eine Herausforderung für die weltweite Nachfrage.
Präsident Donald Trump hatte angekündigt, die US-Militäroperation „Project Freedom“ vorübergehend auszusetzen, was ebenfalls zur Beruhigung der Märkte beitrug. Dennoch wird erwartet, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus erst nach mehreren Wochen vollständig wiederhergestellt ist.
Niederschläge in den USA und Auswirkungen auf das Angebot
Die Wetterprognosen in den USA deuten auf Niederschläge in den trockenen Weizenanbaugebieten hin, was dazu beitragen könnte, bestehende Versorgungssorgen zu lindern. Zusätzlich hat Indien nach vier Jahren erstmals wieder mit Weizenexporten begonnen und profitiert dabei von reichlichen inländischen Lagerbeständen.
Maispreise unter Druck
Auch die Maispreise stehen unter Druck: Der vordere Junitermin fiel um 5,50 Euro auf 219,15 Euro je Tonne, während die neue Ernte um 4 Euro auf 209,50 Euro je Tonne sank. Der Preisabstand zwischen Mais und Weizen bleibt bemerkenswert hoch.
Trotz des Preisrückgangs sind die Ölpreise weiterhin relativ hoch. Die Blockade der Straße von Hormus trägt ebenfalls dazu bei. Diese hohen Inputkosten belasten insbesondere Maisproduzenten aufgrund der nährstoffintensiven Anbauweise.
Veränderungen im Anbauverhalten
Angesichts der hohen Kosten reduzieren Landwirte in wichtigen Anbaugebieten wie den USA und Europa ihre Maisanbauflächen zugunsten weniger ressourcenintensiver Kulturen. Laut dem US-Landwirtschaftsministerium (USDA) liegt der Abschluss der Maisaussaat bei 25 Prozent und damit über den Erwartungen sowie dem Fünfjahresdurchschnitt.
Kommende Stürme könnten jedoch den Fortschritt beeinträchtigen. Marktbeobachter warten gespannt auf aktuelle Daten zum Erntefortschritt des USDA-Berichts nach Börsenschluss am Montag.
