Anzeige
 

Einzelhandel drückt Schweinepreise: Existenzangst bei Landwirten wächst

Der Druck auf die Fleischpreise erreicht neue Höhen: Discounter senken drastisch die Preise für Schweinefleisch und Wurstwaren. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet das eine zusätzliche Belastung, da die Preise für Schlachtschweine massiv eingebrochen sind.

Preissenkungen bei Discountern

Zu Beginn des Jahres haben Einzelhändler wie Aldi Süd starke Preissenkungen angekündigt. Der Preis für eine 800-Gramm-Packung Schweine-Hackfleisch wurde um 5 Prozent auf 3,79 Euro gesenkt. Auch abgepacktes Gyros wurde um 7 Prozent billiger. Neben Aldi haben auch andere Discounter wie Norma mit Preisreduzierungen bei Koteletts und Minutensteaks nachgezogen. Diese aggressive Preispolitik zwingt Landwirte dazu, ihre Erzeugnisse unter Wert zu verkaufen, während Verbraucher von den günstigeren Preisen profitieren.

Sinkt der Schweinepreis weiter?

Laut der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) sind die Preise für Schlachtschweine innerhalb einer Woche um 10 Prozent gefallen und liegen nun bei nur noch 1,45 Euro pro Kilogramm. Diese Entwicklung wird durch einen Überhang an schlachtreifen Tieren nach den Feiertagen begünstigt. Landwirte stehen vor der Herausforderung, ihre Betriebe in einem zunehmend unberechenbaren Marktumfeld wirtschaftlich zu halten.

Bedrohte Existenz der Schweinehalter

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) warnt vor den verheerenden Auswirkungen des Preisdrucks auf die Schweinehalter. Laut dem Präsidenten des WLV, Hubertus Beringmeier, konnten Gespräche mit großen Schlachthöfen nicht verhindern, dass diese ihre geforderten Preisnachlässe durchsetzen. Beringmeier fordert ein Umdenken in der Branche, um die Existenz der heimischen Schweinehaltung zu sichern.

Krise in der Fleischwirtschaft

Nicht nur die Schweinehalter sind betroffen; auch die gesamte Fleischwirtschaft steckt in Schwierigkeiten. Vion hat angekündigt, seinen Rinder-Zerlegebetrieb in Hilden zu schließen. Etwa 160 Mitarbeiter sind von dieser Maßnahme betroffen. Diese Schließung ist Teil umfassender struktureller Anpassungen im Markt.

Eberswalder Wurstproduktion eingestellt

Zudem hat EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG bekannt gegeben, die Produktion im Werk Britz einzustellen. Dies betrifft rund 500 Arbeitsplätze und zeigt, wie tief die Krise reicht. EWN gehört zur Zur Mühlen Gruppe, einem der größten Wursthersteller Deutschlands.

Für Landwirte und Fleischproduzenten ist es entscheidend, dass nachhaltige Lösungen gefunden werden, um den Fortbestand ihrer Betriebe zu sichern und sich gegen den Preisdruck zu behaupten.

Weitere Agrarmarkt-Nachrichten

Deutschland importiert 2025 deutlich weniger Schweine aus dem Ausland

Im Jahr 2025 importierte Deutschland insgesamt 10,5 Millionen Schweine, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Besonders spürbar war...

EU stoppt zollfreie Zuckerimporte: Erleichterung für Zuckermarkt

Die Europäische Union steht vor einer bedeutenden Entscheidung im Bereich der Zuckerimporte. Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen plant, den zollfreien Import von Zucker vorübergehend...

Frontier Agriculture übernimmt Aberdeen Grain

In der britischen Agrarwirtschaft könnte es bald zu einer bedeutenden Veränderung kommen. Der führende Getreidehandelskonzern Frontier Agriculture hat Pläne angekündigt, die schottische...

Rapskurse fallen: Bärische Signale und höhere Sojaernte drücken Preise

Die Preise für Raps sind zu Beginn dieser Woche leicht gesunken. Die Entwicklung folgt einer allgemeinen Schwäche bei den Sojabohnen, die von...

Weizenpreise schwanken: Frostgefahr und Export beeinflussen Märkte

In den letzten Tagen haben sich die Weizenpreise in den globalen Märkten etwas bewegt, wobei besonders der Norden eine erhöhte Verkaufsbereitschaft zeigt....