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Ernteausfälle bedrohen landwirtschaftliche Betriebe in Thüringen

In Thüringen stehen viele traditionelle landwirtschaftliche Betriebe vor dramatischen Umsatzrückgängen in diesem Jahr. Laut dem Thüringer Landesamt für Statistik ist die Lage äußerst angespannt und zahlreiche Existenzen sind gefährdet. Grund dafür ist die extrem geringe Kirschernte, die durch Frostereignisse massiv beeinträchtigt wurde. Sowohl bei Süß- als auch bei Sauerkirschen werden erhebliche Mindererträge erwartet. Die Ernte dürfte so schlecht ausfallen wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Die Prognosen zeigen, dass die Ernte von Süßkirschen auf lediglich 1,8 Tonnen pro Hektar geschätzt wird. Bei den Sauerkirschen wird ein Ertrag von 3,6 Tonnen je Hektar erwartet. Eine vergleichbar schlechte Kirschernte gab es zuletzt 2002, als die Süßkirschernte bei 2,2 Tonnen und die Sauerkirschernte bei 4,3 Tonnen je Hektar lag. Der aktuelle Ertrag der Süßkirschen liegt damit 70 Prozent unter dem Vorjahreswert und 72 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2023.

Auf den etwa 440 Hektar Anbaufläche in Thüringen wird eine Gesamternte von rund 1.000 Tonnen Kirschen erwartet. Für die Süßkirschen beläuft sich die prognostizierte Erntemenge auf etwa 500 Tonnen, wobei 277 Hektar Anbaufläche genutzt werden. Bei den Sauerkirschen wird eine Erntemenge von rund 580 Tonnen auf einer Fläche von 161 Hektar erwartet. Diese Werte liegen jeweils deutlich unter den langjährigen Durchschnittserträgen.

Besonders die Frostnacht vom 22. auf den 23. April hat viele Betriebe hart getroffen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die meisten Obstbäume in der empfindlichen Phase der Fruchtbildung. Die Landwirte hatten bereits vor den schlimmen Folgen gewarnt, die nun durch die offiziellen Zahlen bestätigt werden. Einige Traditionsbetriebe stehen nun vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten.

Joachim Lissner, Vorsitzender des Verbandes „Gartenbau in Thüringen“, erklärte gegenüber dem Nachrichtenportal Thüringen24, dass die Obstbauern gegen die Frostschäden machtlos waren. Selbst Frostschutzmethoden, die im Weinbau verwendet werden, hätten bei den extremen Temperaturen nicht geholfen. Neben Kirschen sind auch Zwetschgen und Äpfel betroffen. Die gesamte Branche rechnet mit Schäden in Millionenhöhe. Man hofft nun, dass die Verbraucher bereit sind, höhere Preise für das verbliebene Obst zu zahlen. Vom Freistaat wurden bisher Soforthilfen in Höhe von zwei Millionen Euro zugesagt, die jedoch noch nicht ausgezahlt wurden, so Thüringen24.

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