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Pflanzenschutzplan von Özdemir stößt auf Ablehnung

Die aktuellen Pflanzenschutzpläne von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir stoßen bei den betroffenen Branchenverbänden auf breite Ablehnung. Insbesondere der Bauernverband, die Familienbetriebe Land und Forst, der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sowie die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (Unika) haben deutlich gemacht, dass sie das „Zukunftsprogramm Pflanzenschutz“ nicht unterstützen können.

Das Programm zielt darauf ab, den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 zu halbieren und strengere Vorschriften für deren Anwendung zu erlassen. Auch die Diskussion über pauschale Anwendungsverbote für Schutzgebiete sowie die weitere Reduzierung des Glyphosateinsatzes sorgen für Besorgnis.

Viele Verbände befürchten einen nationalen Alleingang auf Kosten der deutschen Landwirte. Für sie ist das Konzept ein Affront gegenüber der Landwirtschaft und entspricht nicht den Erwartungen eines gemeinsamen Mitgestaltens.

Die Familienbetriebe Land und Forst fordern eine grundsätzliche Überarbeitung des Papiers und plädieren für kooperative Lösungen mit der Landwirtschaft vor Ort. Der Zentralverband Gartenbau bemängelt das Fehlen eines Lösungsbeitrags von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sowie die unzureichende Berücksichtigung der Schutzlücke aufgrund schleppender Zulassungsverfahren.

Die Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft bezeichnet das Diskussionspapier als unwissenschaftlich, unausgegoren und untauglich. Sie fordert mehr Ehrlichkeit in der Debatte über die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen der geplanten Maßnahmen.

Auch der Industrieverband Agrar (IVA) kritisiert das Diskussionspapier scharf und bemängelt das Fehlen von Antworten auf Zukunftsfragen des Pflanzenbaus sowie die mangelnde Innovationsfreundlichkeit des Zulassungssystems für Pflanzenschutzmittel.

Özdemir scheint mit seinen Plänen bereits zu Beginn des Beteiligungsprozesses auf erheblichen Widerstand gestoßen zu sein. Wie er trotz der breiten Ablehnung ein allseits getragenes „Zukunftsprogramm Pflanzenschutz“ erreichen will, bleibt vorerst unklar.

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