Die französische Regierung hat angesichts der anhaltend hohen Energiekosten eine weitere Entlastung für Landwirte und Fischer angekündigt. Ab Mai werden die Hilfen für Agrardiesel erhöht: Landwirte erhalten nun 15 Cent je Liter, während Fischer von einer Anhebung auf 30 bis 35 Cent pro Liter profitieren sollen. Diese Maßnahmen folgen auf die Entscheidung, im April die Verbrauchssteuer auf Agrardiesel auszusetzen.
Regierung plant weitere Entlastungen
Die finanzielle Unterstützung erfolgt in einer Zeit, in der deutliche Einsparungen im Haushalt notwendig sind. Die Pariser Regierung muss in diesem Jahr noch 6 Milliarden Euro einsparen, um die Kosten des Kriegs im Nahen Osten auszugleichen. Finanzminister David Amiel erklärte, dass 4 Milliarden Euro im Staatshaushalt und 2 Milliarden Euro bei den Sozialprogrammen eingespart werden müssen.
Diese Kürzungen könnten auch den Agraretat betreffen. Das Landwirtschaftsministerium hat angekündigt, dass alle Ressorts von den Einsparungen betroffen sein könnten. Ein Bericht über die geplanten Maßnahmen soll bis Juni vorgelegt werden.
Kritik und Forderungen der Landwirtschaftsverbände
Der französische Bauernverband FNSEA begrüßte die Erleichterungen beim Agrardiesel, betonte jedoch die Notwendigkeit eines einfachen und zügigen Umsetzungsverfahrens. Die Junglandwirteorganisation JA sieht ebenfalls positiv auf die Maßnahmen, fordert jedoch eine langfristige Strategie zur Sicherstellung der Energieversorgung des Agrarsektors.
Kritik kommt auch von anderen landwirtschaftlichen Gruppierungen. Die Coordination Rurale (CR) führte kürzlich Proteste durch und blockierte ein Treibstofflager bei Toulouse, um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.
Unsichere Zukunft für den Agraretat
Während konkrete Details zu möglichen Streichungen im Agraretat noch offen sind, befürchten Beobachter Einschnitte bei Fördermitteln für ökologische Landwirtschaftsumstellungen. Diese Unsicherheiten werfen Fragen über die zukünftige Ausgestaltung der landwirtschaftlichen Förderung in Frankreich auf.
