Zu Beginn des Juni 2026 erleben die Preise für Weizen, Mais und Gerste einen deutlichen Rückgang. Dabei erreicht der Weizen-Kontrakt an der Euronext mit 202,50 Euro je Tonne seinen tiefsten Stand seit Februar desselben Jahres. Die sinkenden Preise werden durch mehrere Faktoren beeinflusst, darunter geopolitische Spannungen sowie günstige Wetterbedingungen für die bevorstehende Ernte auf der Nordhalbkugel.
Getreidepreise unter Druck
Der Preisverfall bei Weizen zeigt sich auch in den USA, wo die Unsicherheiten rund um ein Handelsabkommen mit China die Märkte belasten. In Hamburg wird der Weizen für die neue Ernte aktuell mit 210 Euro pro Tonne gehandelt, was einem Rückgang von 6 Euro im Vergleich zum Wochenbeginn entspricht. Die günstigen Wettervorhersagen verstärken den Preisdruck, da sie eine positive Entwicklung der Anbauflächen erwarten lassen.
In Australien haben jüngste Regenfälle zu einer Verbesserung der Aussaatbedingungen geführt, während in China heftige Niederschläge die Kulturen beeinträchtigen könnten. Dennoch scheint das Schadenspotenzial begrenzt zu sein. Diese globalen Entwicklungen führen dazu, dass einige Länder wie Tunesien beginnen, ihre Lagerbestände durch Ausschreibungen aufzustocken.
Maismarkt folgt dem Abwärtstrend
Auch die Maispreise sind betroffen und fallen parallel zu den Weizenpreisen. Der Maiskontrakt für August 2026 sinkt um 1,75 Euro auf 216,25 Euro pro Tonne. Trotz des Rückgangs bleibt Mais im Vergleich zu Weizen noch teurer. In den USA ist die Maisaussaat nahezu abgeschlossen und übertrifft den Fünfjahresdurchschnitt; dies deutet auf eine starke Ernte hin.
Das US-Landwirtschaftsministerium berichtet von 67 % gut bis exzellent bewerteten Maisbeständen in wichtigen Anbaustaaten. Diese positiven Aussichten mindern den Einfluss hoher Rohölpreise, trotz üblicherweise positiver Effekte auf Getreidepreise durch eine gesteigerte Nachfrage nach Biokraftstoffen.
Raps zeigt kurzfristig Stärke
Im Gegensatz zu den Getreidesorten erreichten die Rapspreise kürzlich ein neues Hoch an der Euronext mit 535,50 €/t im August-Kontrakt, fielen jedoch bald darauf um über 8 Euro auf 525,50 €/t zurück. Dieser Rückgang spiegelt die Unsicherheiten wider, die durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten verursacht werden.
Währenddessen sind auch die Sojabohnenpreise unter Druck geraten und fielen auf ein Dreimonatstief von unter 1150 US-Dollar pro Buschel. Die verbesserten Wetterbedingungen in den USA fördern die Pflanzenentwicklung und mindern gleichzeitig Dürresorgen in bestimmten Regionen.
Die Prognosen für Sojabohnenexporte bleiben aufgrund schwacher internationaler Nachfrage verhalten; insbesondere Chinas unberechenbare Abnahmemuster stellen eine Herausforderung dar.
Quellen: tradingeconomics, agritel, barchart
