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Polen und Brasilien überschwemmen Benelux mit billigem Hähnchenfleisch

Der Markt für Masthähnchen in den Benelux-Ländern sieht sich derzeit einem erheblichen Druck ausgesetzt. Besonders die wachsenden Importe von günstigem Geflügelfleisch aus Polen und Brasilien sowie eine nachlassende Nachfrage verschärfen die Situation. Dies führte dazu, dass die Preise für Masthähnchen in den Niederlanden bereits drei Wochen in Folge gesunken sind.

Preisdruck durch Importe

In Belgien spitzt sich die Lage noch weiter zu. Laut dem Nationalen Geflügelverband (Landsbond Pluimvee) sei der belgische Geflügelsektor momentan machtlos gegenüber den billigen Importen, die zu Preisen angeboten werden, mit denen lokale Schlachthöfe nur schwer konkurrieren können. Diese Importe führen dazu, dass das Angebot an schlachtreifen Hähnchen die Nachfrage deutlich übersteigt.

Ein Vertreter der Schlachthofbranche äußerte sich besorgt über die Situation und betonte, dass man darauf hoffe, dass externe Faktoren wie Vogelgrippeausbrüche in anderen Ländern zur Entlastung beitragen könnten. Glücklicherweise seien Exportmöglichkeiten für Brasilien derzeit eingeschränkt; andernfalls hätte sich die Lage noch dramatischer entwickelt.

Produktionskosten belasten Landwirte

Die belgischen Masthähnchenproduzenten kämpfen mit steigenden Produktionskosten, was ihre wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet. Der Nationale Geflügelverband argumentiert jedoch, dass diese Kosten im globalen Kontext des Marktes keine ausreichend tragfähige Begründung darstellen würden, um gegen die Preisentwicklung vorzugehen.

Einige Landwirte haben bereits beschlossen, einen Produktionszyklus auszusetzen, da ein weiterer Preisverfall für sie nicht tragbar sei. Sie warnten davor, dass eine Reduzierung der Preise letztendlich kontraproduktiv wäre und eher zu einem Bumerang-Effekt führen könnte.

Strategie der Schlachthöfe

Die belgischen Schlachthöfe fordern inzwischen offen eine Reduzierung der Anzahl eingestallter Hähnchen. Sie argumentieren, dass dies notwendig sei, um den Markt anzupassen und langfristig stabilisieren zu können. Obwohl der Preis für Geflügelfleisch zuletzt unverändert blieb, mussten einige Schlachthöfe dennoch Preisanpassungen vornehmen.

Ein Vorschlag wurde gemacht, den Preis in Deinze um 2 Cent zu senken; nach Diskussion einigte man sich auf eine Reduzierung um 1 Cent. Die Schlachthöfe betonen jedoch, dass diese Anpassungen nur kurzfristig wirksam sind und nicht ausreichen werden, um die zugrunde liegenden Probleme zu lösen.

Schnelleres Wachstum von Masthähnchen

Eine zusätzliche Herausforderung stellt das schnelle Wachstum der Hähnchen aufgrund hoher Herbsttemperaturen dar. In niederländischen Schlachthöfen kommt es vermehrt zur Anlieferung schwererer Tiere als gewöhnlich. Dies erschwert deren Vermarktung erheblich und führt teilweise dazu, dass Tiere eingefroren werden müssen.

Ein Einkäufer eines niederländischen Schlachthofs appellierte an die Landwirte, ihre Lieferungen früher vorzunehmen, um das Endgewicht der Tiere zu reduzieren und so den Vermarktungsprozess zu erleichtern.