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Maschine des Jahres 2012: Das waren die Gewinner

Zwölf Auszeichnungen, neun selbstfahrende Maschinen und zahlreiche Neuheiten, die damals den Stand der Landtechnik prägten: Auf der Agritechnica 2011 wurden die Gewinner des Wettbewerbs „Maschine des Jahres 2012“ bekannt gegeben. Die Jury zeichnete unter anderem Traktoren von Fendt, Massey Ferguson und Claas sowie Erntemaschinen von New Holland, Claas und Grimme aus.

Vergeben wurde der Preis von Fachredakteuren des dlv Deutscher Landwirtschaftsverlages. Insgesamt kürte die Jury Maschinen in zwölf Kategorien. Neun der zwölf Gewinner waren Selbstfahrer.

Zu den belegten Preisträgern gehörten der New Holland CR, der Claas Jaguar 980, der Claas Axion 900, die Baureihen Fendt 700 Vario und Massey Ferguson MF 7600, die Horsch Maestro sowie der Grimme Varitron 470.

New Holland CR gewinnt bei den Mähdreschern

New Holland erhielt mit seiner CR-Baureihe die Auszeichnung „Maschine des Jahres 2012“ in der Mähdrescherklasse. Die Jury berücksichtigte mehrere technische Neuerungen, die New Holland mit der überarbeiteten Baureihe eingeführt hatte.

Dazu gehörten die FPT-Industrial-Cursor-Motoren mit SCR-Abgasnachbehandlung, die auf die damals geltenden Abgasvorschriften der Stufe IIIB beziehungsweise Tier 4A ausgelegt waren. Hinzu kamen die leichten Varifeed-Schneidwerke und das SmartTrax-Raupenlaufwerk.

Die CR-Baureihe deckte damals einen Leistungsbereich von 442 bis 567 PS ab. Bei den Spitzenmodellen CR9080 und CR9090 setzte New Holland Cursor-13-Motoren ein.

Das SmartTrax-System sollte insbesondere auf weniger tragfähigen Böden Vorteile bringen. Durch die größere Aufstandsfläche der Raupenlaufwerke ließ sich der Bodendruck gegenüber einer vergleichbaren Bereifung reduzieren.

Für die CR-Baureihe war die Agritechnica 2011 gleich mehrfach erfolgreich. Der SynchroKnife-Messerantrieb erhielt zusätzlich eine Silbermedaille beim Innovationswettbewerb der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).

Claas Jaguar 980 wird ebenfalls ausgezeichnet

Bei den Feldhäckslern gehörte der Claas Jaguar 980 zu den Gewinnern. Claas hatte die Baureihe technisch weiterentwickelt und bei den leistungsstärksten Modellen unter anderem neue Motoren eingesetzt.

Eine Besonderheit war Dynamic Power. Die Motorsteuerung konnte die verfügbare Leistung abhängig von der jeweiligen Belastung anpassen. Damit sollte der Motor bei geringerem Leistungsbedarf nicht ständig mit maximaler Leistung arbeiten.

Beim ausgezeichneten Jaguar 980 spielte zudem die Sensortechnik eine Rolle. Claas kombinierte den Feldhäcksler mit einem NIR-Sensor, der während der Ernte Eigenschaften des Erntegutes erfassen konnte.

Claas dokumentierte später ausdrücklich, dass Fachjournalisten den Jaguar 980 mit NIR-Sensor auf der Agritechnica in seiner Kategorie zur „Maschine des Jahres 2012“ gewählt hatten.

Claas Axion 900 gehört zu den Gewinnern

Eine zweite Auszeichnung ging an Claas für den Axion 900. Die neue Großtraktoren-Baureihe war eine der bedeutenden Claas-Neuheiten der Agritechnica 2011.

Der Axion 900 erweiterte das damalige Traktorenprogramm des Herstellers nach oben. Die Baureihe kombinierte leistungsstarke Sechszylindermotoren mit einem stufenlosen Getriebe und war für schwere Zugarbeiten sowie große Anbaugeräte ausgelegt.

Der Claas-Geschäftsbericht für 2011 nennt sowohl den Axion 900 als auch den Jaguar 980 ausdrücklich als Gewinner ihrer jeweiligen Kategorien bei der Wahl zur „Maschine des Jahres 2012“.

Fendt 700 Vario gewinnt in seiner Leistungsklasse

Auch Fendt war unter den Preisträgern vertreten. Die Baureihe Fendt 700 Vario wurde auf der Agritechnica als „Maschine des Jahres 2012“ ausgezeichnet.

AGCO dokumentierte die Auszeichnung später im Geschäftsbericht des Konzerns. Demnach gewann der 700 Vario in der Kategorie für Traktoren der mittleren bis oberen Leistungsklasse.

Die damalige Generation des 700 Vario verband das stufenlose Vario-Getriebe mit einer neu entwickelten Kabine und einer umfangreichen elektronischen Maschinensteuerung. Die Baureihe positionierte sich zwischen den kleineren Fendt-Traktoren und den leistungsstärkeren Modellen des Herstellers.

Massey Ferguson MF 7600 ist Oberklasse-Traktor des Jahres

Eine weitere Traktorenauszeichnung erhielt Massey Ferguson. Die Baureihe MF 7600 wurde zur „Maschine des Jahres 2012“ in der Kategorie Oberklasse-Traktor von 180 bis 260 PS gewählt.

Massey Ferguson hatte die neue Baureihe auf der Agritechnica 2011 vorgestellt. Zum Einsatz kamen AGCO-Sisu-Power-Motoren und die zweite Generation der SCR-Abgasnachbehandlung.

Je nach Modell standen unterschiedliche Getriebevarianten zur Verfügung. Die Baureihe sollte damit verschiedene Anforderungen von Transportarbeiten bis zu schweren Feldarbeiten abdecken.

Der MF 7600 erhielt anschließend weitere internationale Preise. Die Auszeichnung „Maschine des Jahres 2012“ ist davon zu unterscheiden.

Horsch Maestro erhält Preis für Einzelkornsaat

Mit der Maestro gehörte auch Horsch zu den Gewinnern. Die pneumatische Einzelkornsämaschine wurde zur Agritechnica 2011 vorgestellt und erhielt die Auszeichnung „Maschine des Jahres 2012“.

Die Maestro war für die präzise Ablage von Einzelkornsaatgut wie Mais, Sonnenblumen oder Zuckerrüben konzipiert. Horsch setzte auf elektrisch angetriebene Säaggregate und eine elektronische Überwachung der Saatgutablage.

Bei der Maestro 12 SW arbeiteten zwölf Säaggregate auf neun Metern Arbeitsbreite. Große Vorratsbehälter für Saatgut und Dünger sollten längere Einsatzzeiten zwischen den Befüllungen ermöglichen.

Die Maestro entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer eigenen Produktfamilie innerhalb des Horsch-Programms.

Grimme Varitron 470 gewinnt in der Kartoffeltechnik

Auch die Kartoffelernte war bei der Wahl vertreten. Grimme stellte 2011 den vierreihigen selbstfahrenden Kartoffelroder Varitron 470 vor. Die Maschine erhielt anschließend den Titel „Maschine des Jahres 2012“.

Der Varitron 470 verband eine vierreihige Aufnahme mit einem selbstfahrenden Maschinenkonzept und einem Bunker. Damit richtete sich die Maschine vor allem an Betriebe und Lohnunternehmen mit hohen Flächenleistungen bei der Kartoffelernte.

Grimme entwickelte das Konzept anschließend weiter. Einige Jahre später folgte eine neue Generation des Varitron 470.

„Maschine des Jahres“ und „Traktor des Jahres“ sind zwei Preise

Bei historischen Angaben aus dem Jahr 2011 kommt es leicht zu einer Verwechslung: Der Wettbewerb „Maschine des Jahres 2012“ war nicht identisch mit der Wahl zum „Tractor of the Year 2012“.

Den internationalen Titel „Tractor of the Year 2012“ erhielt der John Deere 7280R. Massey Ferguson gewann mit dem MF 7624 zusätzlich den „Golden Tractor for the Design 2012“.

Damit widersprechen sich Meldungen über den John Deere 7280R und die Auszeichnungen für Fendt, Massey Ferguson oder Claas nicht. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Wettbewerbe beziehungsweise Kategorien.

Zwölf Kategorien bei der Wahl zur Maschine des Jahres 2012

Die Wahl fand im Rahmen der Agritechnica 2011 in Hannover statt. Nach einer zeitgenössischen Mitteilung wurden Preise in insgesamt zwölf Kategorien vergeben.

Bemerkenswert war der hohe Anteil selbstfahrender Technik: Neun der zwölf prämierten Maschinen waren Selbstfahrer. Damit entfiel nur ein Viertel der Auszeichnungen auf nicht selbstfahrende Technik.

Die bisher anhand von Herstellerunterlagen und zeitgenössischen Veröffentlichungen eindeutig nachvollziehbaren Gewinner sind:

MaschineHerstellerAuszeichnung/Kategorie
CRNew HollandMähdrescher
Jaguar 980ClaasFeldhäcksler
Axion 900ClaasTraktor
700 VarioFendtmittlere bis obere Traktorenklasse
MF 7600Massey FergusonOberklasse-Traktor, 180 bis 260 PS
MaestroHorschSätechnik/Einzelkornsaat
Varitron 470GrimmeKartoffeltechnik

Zeitgenössische Quellen bestätigen insgesamt zwölf Kategorien. Für einen Teil der damaligen Preisträger sind die ursprünglichen Online-Veröffentlichungen heute jedoch nicht mehr erreichbar. Deshalb werden hier nur Maschinen einer konkreten Kategorie zugeordnet, wenn sich die Auszeichnung anhand noch verfügbarer Herstellerunterlagen oder zeitgenössischer Veröffentlichungen nachvollziehen lässt.

Quellen