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Kartoffelernte 2026: Rückgang um 25% treibt Preise in die Höhe

Im Jahr 2026 wird die Kartoffelernte in Deutschland voraussichtlich um nahezu 25% im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Der Ertrag wird mit etwa 10,4 Millionen Tonnen deutlich geringer ausfallen als die 13,9 Millionen Tonnen des Jahres 2025, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte. Neben wetterbedingten Herausforderungen wie Hitze und Trockenheit wird auch eine verkleinerte Anbaufläche als Ursache für diesen Rückgang genannt.

Zwar sind die Preise für Speisekartoffeln im August 2026 um 61,5% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, doch liegt der Flächenertrag bei nur noch 38,9 Tonnen pro Hektar – ein Rückgang von 15,4% gegenüber 2025. Gleichzeitig ist die Anbaufläche um 11,1% auf 268.300 Hektar geschrumpft. Diese Entwicklungen haben starke Auswirkungen auf den Markt.

Kartoffelpreise steigen trotz hoher Kosten

Laut Destatis verzeichnen die Erzeugerpreise im August den stärksten Anstieg seit drei Jahren, während die Preise für landwirtschaftliche Produkte insgesamt um 7% gesunken sind. Verbraucher mussten im September 2026 für Speisekartoffeln 11,3% mehr bezahlen als ein Jahr zuvor. Dagegen sanken die Preise für tiefgefrorene Produkte aufgrund langfristiger Lieferverträge und verzögerter Preisanpassungen leicht um 4,7%.

Trotz wachsender Preise scheinen sich die Märkte zu stabilisieren. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete Anfang Oktober über einen ausgeglichenen Speisekartoffelmarkt. Die Notierungen blieben stabil, da das Angebot ausreichte, um die Nachfrage zu decken.

Anforderungen der Landwirte: Lageraufschläge

In den Hauptanbaugebieten ist die Einlagerung weit fortgeschritten und die Feldwarensaison endet ungewöhnlich früh. Dennoch rufen Landwirte nach Lageraufschlägen. In Nordrhein-Westfalen planen Erzeuger ab der 43. Kalenderwoche erste gelagerte Partien anzubieten. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein sieht jedoch wenig Raum für Preiserhöhungen solange frische Ware verfügbar ist.

Niedrige Erträge und Qualitätsprobleme in Süddeutschland sowie Nachfrage anderer EU-Länder könnten jedoch stützend wirken und Preiszuschläge rechtfertigen.

Anhaltende Herausforderungen bei Verarbeitungskartoffeln

Bei Verarbeitungskartoffeln bleibt das Angebot an freier Ware aufgrund niedriger Erträge begrenzt. Die aktuellen Marktbedingungen erlauben es Fabriken und Handel vor allem bestehende Kontrakte zu bedienen. Während sich die Preise stabil halten oder leicht ansteigen, bleibt abzuwarten, ob zusätzliche Lageraufschläge durchsetzbar sind.

Sowohl in Niedersachsen als auch Schleswig-Holstein wird von einer stabilen Marktentwicklung ausgegangen. Insgesamt bleibt der Markt schwierig – eine Herausforderung für Landwirte und Verbraucher gleichermaßen.