Anzeige
 

Europäische Getreidepreise steigen nach Pfingsten wegen Hitzewelle

Die Getreidepreise in Europa verzeichnen nach den Pfingstfeiertagen einen Anstieg, während die Preise in den USA gleichzeitig zurückgehen. Diese Preisbewegungen sind stark von geopolitischen Entwicklungen und Wetterbedingungen beeinflusst.

Preisentwicklung an der Euronext

Trotz des Feiertags in vielen europäischen Ländern fand an der Euronext bereits am Montag Handel statt, was zu einer Korrektur bei Rohstoffen führte. Am Dienstag setzten sich steigende Getreidepreise durch. Der Preis für Weizen aus der neuen Ernte im September stieg um 1,50 Euro auf 214 Euro pro Tonne, während der Dezemberkontrakt um 1,0 Euro auf 221,75 Euro pro Tonne anstieg. Dieser Trend wird durch die Erwartung einer Hitzewelle verstärkt, die besonders Regionen mit bereits geringen Niederschlägen betrifft.

Laut FranceAgriMer bleibt die französische Weichweizenernte stabil bei 80 % als gut bis ausgezeichnet bewertet, während Hartweizen bei 71 % liegt. Um Landwirte zu unterstützen, plant die EU eine vorübergehende Aussetzung der Zölle auf wichtige Düngemittel wie Harnstoff und Ammoniak.

US-Markt und internationale Einflüsse

Nach dem Memorial-Day-Wochenende verzeichnen die US-Märkte einen Rückgang. Dies ist unter anderem auf Regenfälle zurückzuführen, die die Dürrebedingungen in Anbaugebieten mildern. Gleichzeitig bereiten sich Händler auf neue Lieferungen aus Ernten der nördlichen Hemisphäre vor. In Argentinien sollen gesenkte Exportsteuern auf landwirtschaftliche Produkte, einschließlich Getreide, Produktion und Exportmengen steigern.

Mais- und Rapspreise: Unterschiedliche Trends

In Europa bewegen sich die Maispreise entweder seitwärts oder leicht nach oben. Der Junikontrakt bleibt unverändert bei 219,25 Euro pro Tonne, während der Novembertermin um 1,0 Euro auf 215,25 Euro pro Tonne steigt. In den USA hingegen sinken die Maispreise aufgrund von Unsicherheiten über chinesische Importzusagen.

Die Nachfrage nach Biokraftstoffen beeinflusst ebenfalls den Markt: Der brasilianische Energiepolitische Rat plant eine Erhöhung der Ethanolbeimischung im Benzin von 30 % auf 32 %, was die Preise für landwirtschaftliche Produkte unterstützt hat.

Raps- und Sojabohnenmarkt

Am Dienstag steigen die Rapspreise in Europa um knapp 7,0 Euro auf 522 Euro je Tonne. Auch Canolapreise in Kanada verzeichnen einen Anstieg um 9 CAD pro Tonne. Im Gegensatz dazu fallen die Sojabohnenpreise um 6 Cent pro Buschel aufgrund von Unsicherheiten im Welthandel.

Mögliche Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran könnten den internationalen Getreidemarkt beeinflussen, indem sie entscheidende Lieferströme wiederherstellen. Die Rohölpreise sinken derzeit und belasten somit auch Preise für Pflanzenöl und Sojabohnen.

Malaysisches Palmöl nähert sich mit einem Anstieg der Marke von 4.500 MYR pro Tonne an und profitiert von einem schwächeren Ringgit sowie festeren Preisen an asiatischen Börsen – trotz begrenzter Kursgewinne aufgrund schwacher Exportzahlen.